Der Ukraine fehlen neben Panzer auch Kampfflugzeuge und Luftabwehr

Oberst Markus Reisner: "Aus militärischer Sicht ist immer die Masse ausschlaggebend"

"Aus militärischer Sicht ist immer Masse ausschlaggebend" Oberst Markus Reisner im Interview
03:58 min
Oberst Markus Reisner im Interview
"Aus militärischer Sicht ist immer Masse ausschlaggebend"

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von Amany Salama und Vivian Bahlmann

Die Kämpfe in der Ukraine haben sich in den vergangenen Wochen vor allem im Donbass abgespielt, besonders umkämpft sind die Orte Bachmut und Soledar. Doch in den vergangenen Stunden wurden Kampfhandlungen auch wieder außerhalb dieser Region gemeldet. Kämpfe finden derzeit unter anderem im Raum Saporischschja und im Raum Kreminna, östlich von Charkiw, statt.

Wie sich die Front verändert und was von den russischen Streitkräften in den nächsten Wochen zu erwarten ist, erklärt Oberst Markus Reisner vom österreichischen Bundesheer im Interview mit RTL-Reporterin Vivian Bahlmann.

Lese-Tipp: Alle aktuellen Infos zum Ukraine-Krieg können Sie hier nachlesen.

Mobilisierung erfolgreicher als gedacht

Die aktuellen Kämpfe außerhalb des Donbass seien laut Oberst Markus Reisner Vorbereitungsmaßnahmen von russischer Seite, um sich „in eine entsprechend gute Ausgangsposition für eine mögliche Offensive in den nächsten kommenden Wochen und Monaten“ begeben zu können.

Dass die russischen Streitkräfte dabei erfolgreich zu sein scheinen, zeigt auch: Die Mobilisierung im Land des Aggressors läuft besser als erwartet. „Wir wurden geflutet von Bildern, die uns den Eindruck gegeben haben, dass das alles in völligem Chaos passiert“, so Reisner. Doch: Nachdem es anfangs Schwierigkeiten gegeben habe, sei Russland „in die Routine der Mobilisierung eingetreten“.

Wichtig sei die Mobilisierung vor allem deswegen, weil es Russland an Infanterie fehle. Das Manko der Ukraine wiederum sei, dass sie sich in der - je nach Zählart - achten bzw. zehnten Mobilisierungswelle befinde und „immer ältere Männer quasi an die Front kommen“.

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"Die Masse ist ausschlaggebend"

Reisner geht wie auch der US-Generalstabschef Milley davon aus, dass „die Ukraine einen sehr, sehr anstrengenden Kampf vor sich hat“. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass in diesem Jahr Gebiete zurückgewonnen werden, sei gering — außer man unterstütze die Ukraine massiv. Doch das sei derzeit nicht absehbar, denn es gebe zwar eine Menge Diskussionen, aber keine Lieferungen.

„Die Lieferungen von wirklich geballten Mengen von Kampffahrzeugen, Panzern usw. in die Ukraine sehen wir im Moment nicht und das ist das Problem. Aus militärischer Sicht ist immer die Masse ausschlaggebend“, so der Militärexperte. Zwar können kleinere Lieferungen, „das Wenige, auch wenn es qualitativ hochwertig ist“, einen Unterschied machen. Allerdings könne erst die Masse „einen Konflikt zu seinen Gunsten zu entscheiden“, so die Einschätzung Reisners.

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