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Oana Bara berichtet über Hilfseinsätze in Odessa: "Die Menschen sind angespannt, sie haben Angst"

Oana Bara vom DRK erzählt über das Leben zwischen Normalität und Krieg

Odessa: "Die Menschen sind angespannt, sie haben Angst"

"Diese Ruhe, daran muss ich mich erstmal wieder gewöhnen" Zwischen Normalität und Krieg
05:12 min
Zwischen Normalität und Krieg
"Diese Ruhe, daran muss ich mich erstmal wieder gewöhnen"

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von Nele Balgo

Vor allem im Osten der Ukraine gibt es momentan schwere Kämpfe. In Odessa, im Süden der Ukraine, dagegen haben Cafés geöffnet, die Menschen treffen sich. Trotzdem leben sie in ständiger Angst, es gibt regelmäßig Bombenalarm. In den letzten Tagen hat Russland wieder Marschflugkörper über der Region abgeschossen.

Wie die Ukrainer dort ihren Alltag zwischen Normalität und Krieg bewältigen und was die hilfsbedürftigen Personen erzählen, die das Rote Kreuz aus Mykolajiw evakuiert, hat Oana Bara persönlich miterlebt.

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Oana Bara: „Man sieht das Schlimmste in Menschen, aber auch gleichzeitig das Schönste in Menschen“

„Es ist unglaublich skurril“, so beschreibt Oana Bara das Leben in Odessa. Während die Menschen nach Normalität streben, gebe es regelmäßig einen Bombenalarm. Sie kommt gerade erst von einem Hilfseinsatz in der ukrainischen Stadt zurück. Zweieinhalb Wochen hat sie vor Ort Evakuierungen unterstützt. Vor allem hilfsbedürftige Menschen aus Mykolajiw holt das Rote Kreuz gemeinsam mit Partnerorganisationen aus ihren Wohnungen. Hilfsbedürftige ältere Menschen, Menschen mit Behinderung oder Kranke bleiben oft zurück. „Man lebt im achten Stock von einem Wohnhaus und bisher gab es immer den Nachbarn oder die Familie, die einkaufen gegangen sind oder geholfen hat. Aber die sind jetzt alle weg“, erzählt Bara über ihre Erlebnisse.

Auch Bara bewegen solche Einsätze. „Man sieht das Schlimmste in Menschen, aber auch gleichzeitig das Schönste in Menschen“, erinnert sie sich. Während Menschen sich verabschieden müssen, seien sie gleichzeitig dankbar dafür, aus dem Kriegsgebiet herausgebracht zu werden. Wenige Tage später gehe es vielen körperlich schon viel besser.

Älterer Mann berichtet: "Diese Ruhe, daran muss ich mich erst einmal wieder gewöhnen.“

Dass der Krieg die Ukrainer und Ukrainerinnen prägt, zeigt auch eine kleine Situation, die Oana Bara mit einem älteren Mann erlebt hat. Er wurde von den Hilfsorganisationen in ein Krankenhaus gebracht. „Ich saß in diesem Krankenhaus und Vögel zwitschern und es ist sehr ruhig. Und er sagt: Diese Ruhe, daran muss ich mich erst einmal wieder gewöhnen“, erzählt Bara. Denn der Bombenalarm und die ständige Angst beschäftigen die Menschen im Kriegsgebiet jeden Tag.

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