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„O-bis-O“-Regel der Bundesregierung: Maskenpflicht von Oktober bis Ostern?

Winterbereifung gegen das Corona-Virus

„O-bis-O-Pläne“ der Bundesregierung: Kommt die Maskenpflicht von Oktober bis Ostern?

Maskenpflicht
Ein Schild in der Altstadt von Aurich weist auf die Maskenpflicht hin. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild
deutsche presse agentur

Wie geht es denn jetzt weiter in Sachen Corona? Für einen Großteil der Bevölkerung ist die Pandemie gefühlt vorbei und das Virus wird jetzt endemisch: Wir müssen also lernen, mit ihm zu leben. Doch schon jetzt im Sommer schrecken uns steigende Inzidenzen wieder auf. Experten betonen allerdings immer wieder, dass die Anzahl Infektionen uns jetzt nicht kümmern muss - entscheidend sei das Geschehen in den Krankenhäusern. Aber einig sind sich alle: In Herbst und Winter wird das Thema wieder akut. Dazu sickerten jetzt Pläne der Bundesregierung durch. Epidemiologe Timo Ulrichs schätzt diese für uns ein.

Regelung „als eine von mehreren möglichen“ Varianten

Berichten der „Welt am Sonntag“ zufolge wird erwogen, die sogenannte „O-bis-O-Regel“, die bisher vor allem als Faustformel für die Winterbereifung von Fahrzeugen bekannt war, auch auf das Infektionsgeschehen anzuwenden. Heißt konkret: Es soll eine generelle Maskenpflicht von Oktober bis Ostern geben. „Im Winter werden die Masken in den Innenräumen bestimmt wieder kommen, die Diskussion haben wir ja jetzt schon“, sagte Präventionsarzt und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht uns bereits am 15. Juni.

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Tatsächlich bestätigte das Bundeskanzleramt der Zeitung, dass eine solche Regelung „als eine von mehreren möglichen“ Varianten im Gespräch sei. Noch offen sei, ob eine „O-bis-O“-Maskenpflicht dann auch in den Schulen zu Anwendung kommen solle. Ebenso sei noch nicht geklärt, für wie viele Jahre sie gelten soll.

Entscheidung erst Ende Juni erwartbar

Klarheit solle demnach der Bericht des interdisziplinären Sachverständigenausschusses bringen, der bis Ende Juni die bisher eingesetzten Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern bewerten soll. Dass dies eine Empfehlung zu einer Rückkehr zum Tragen von Masken in Innenräumen mit sich bringen wird, ist wahrscheinlich. Die jetzige Fassung des Infektionsschutzgesetzes endet am 23. September. Nach Angaben der Zeitung sei aber noch offen, ob eine „O-bis-O“-Maskenpflicht dann auch in den Schulen zu Anwendung kommen solle.

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Kanzler Scholz nutzte bereits nach der Bund-Länder-Konferenz am 2. Juni das Beispiel von Winter- und Sommerreifen zur Veranschaulichung der Maßnahmen: „Wir haben jetzt Sommerreifen drauf, wenn ich das Beispiel so wählen darf. Es geht darum, dass wir die richtigen Winterreifen bereit haben, wenn es darauf ankommt. Und falls es eine sehr eisige Landschaft wird, brauchen wir dann vielleicht auch noch weitere Möglichkeiten, um dann sicher voranzukommen“, sagte der SPD-Politiker damals.

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Epidemiologe Timo Ulrichs begrüßt die Pläne

Epidemiologe Timo Ulrichs begrüßt diese Pläne gegenüber RTL. Denn: "Wir erwarten immer noch eine recht große Pandemie-Welle im Herbst und Winter, wie wir es ja immer schon erfahren mussten, in den beiden Saisons davor", sagt er. "Und die könnte sich sogar auf eine dann immer noch hohe Sommerwelle aufsetzen." Die Ausbreitungsgeschwindigkeit und Infektionsdynamik werde im Herbst und Winter wieder zunehmen und dadurch eine weitere Pandemie aufbauen - mit allen Konsequenzen.

Da seien Schutzmaßnahmen sehr sinnvoll und deswegen sollte rechtzeitig vorbereitet werden, so der Experte. "Wir sind in Deutschland leider noch nicht so weit mit der Immunisierung durch Impfung wie andere Länder", gibt er zu bedenken. "Das heißt, wir müssen uns tatsächlich Sorgen machen, dass wir dann wieder so viele Menschen bekommen, die Covid-19 haben werden, wie wir es schon einmal hatten." (ija)

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