Außenministerin spürt kurz die Last der Frauen in Hungerregion

Annalena Baerbock besucht Niger: Sie trägt Melonen auf ihren Schultern und begeistert so das Netz

So erobert Baerbock die Herzen! Außenministerin in Niger
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Außenministerin in Niger
So erobert Baerbock die Herzen!

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Der Krieg in der Ukraine hat nicht nur weitreichende Folgen für Europa – durch den Stopp von Getreidelieferungen verschlimmert der Krieg auch die Hungerkrise, vor allem in Westafrika. Außenministerin Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) ist darum nach Mali und Niger gereist, wo sich der Hunger in den nächsten Monaten noch verschärfen wird. Vor Ort verspricht sie Hilfe – und sorgt für witzige und außergewöhnliche Szenen, als sie in einem Dorf mit anpackt.

Annalena Baerbock trägt die Last der Frauen im Niger - für ein paar Minuten

Beim Besuch eines Landwirtschaftsprojekt in Ouallam im Niger lässt sich Baerbock zeigen, wie vor Ort Obst und Gemüse transportiert wird. Bei bis zu 50 Grad Außentemperatur tragen Frauen hier ihre Last in Eimern durch die Gegend, die an einer Holzstange befestigt sind. Baerbock will’s genau wissen – und lässt sich kurzerhand selbst eine solche Stange um den Nacken legen, um die Last mit den eigenen Schultern zu spüren. Sie sinkt ob des Gewichts sichtlich zusammen, und muss kurze Zeit später über sich selbst lachen.

Lob und Anerkennung für Annalena Baerbock

Bei den Frauen von Ouallam kommt diese Nahbarkeit gut an – und nicht nur da. Auf Twitter verbreitete sich schnell das Bild von Baerbock mit der Tragestange auf den Schultern. Aus den eigenen Koalitionsreihen kommt Lob für „deinen Mut, deine Authentizität, deine klare Haltung“, so SPD-Politikerin Sawsan Chebli. „[...] Danke, dass du dein Frau- und Muttersein nie verbirgst“, schreibt die SPD-Politikerin weiter.

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Baerbock präsentiert sich hier nahbar, herzlich und entspannt – manche mögen es clevere Inszenierung nennen. Doch sogar bei der Opposition kommt die Ministerin für ihren Auftritt gut weg. „Man muss neidlos anerkennen, dass es Annalena Baerbock schafft, einen neuen Stil im Auswärtigen Amt zu prägen. Echt gut!“, schreibt der Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, ebenfalls auf Twitter.

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Baerbock sagt Niger und Sahel-Region weitere Krisenhilfe zu

Doch Baerbock ist nicht nur für medienwirksame Fotos nach Niger gekommen. Bei ihrer Rede in der nigrischen Hauptstadt Niamey sagte sie: „Terrorismus, die Klima- und die Nahrungsmittelkrise - das sind alles globale Krisen, die sich hier vor Ort auf eine dramatische Art und Weise bündeln“, Die Klimakrise bedeute in der Sahel-Region konkret „Leid, Hunger und Vertreibung“.

38 Millionen Menschen würden in Westafrika in den nächsten Monaten Hunger leiden - drei Mal so viele, wie noch vor drei Jahren, sagte Baerbock. „Wir sehen, was auf Sie und damit was auf uns als Welt zukommt.“ Die Ministerin versicherte: „Wir lassen Sie damit nicht allein.“ Die Bundesregierung habe kürzlich für die Sahelregion 50 Millionen Euro für humanitäre Hilfe zusätzlich auf den Weg gebracht und weitere 50 Millionen Euro für Entwicklungszusammenarbeit. (vdö/dpa)