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Neuer Pflegeskandal in Augsburger Heim? Behörden beraten über Konsequenzen

„Hier geht es um Menschen, die versorgt werden müssen"

Schockierender Bericht über Missstände in Augsburger Pflegeheim: Behörden prüfen Konsequenzen

Nach dem Pflegeskandal in der Seniorenresidenz Schliersee , der zu Ermittlungen zu Körperverletzungsdelikten an 88 Personen und der Untersuchung von 17 Todesfällen führte, steht ein weiteres Pflegeheim des Trägers wegen gravierender Mängel in heftiger Kritik, wie der Bayerische Rundfunk (BR) jetzt berichtet. Auch „Team Wallraff“-Reporterin Carolin war bereits im August 2021 im Seniorenheim Ebnerstraße in Augsburg, um sich undercover ein Bild über die dortigen Zustände zu machen – im Video sehen Sie, was sie dort erlebte. In den kommenden Tagen wollen die Aufsichtsbehörden nun über das weitere Vorgehen beraten.

Pflegeheim bestreitet Vorwürfe

„Hier geht es um Menschen, die versorgt werden müssen", betonte der Augsburger Gesundheitsreferent Reiner Erben am Mittwoch. Deshalb könne ein Heim zwar nicht von jetzt auf gleich geschlossen werden. „Doch die Entwicklung in der Einrichtung Ebnerstraße ist unakzeptabel." Möglich seien viele Schritte, von weiteren Anordnungen bis hin zur Schließung.„Dass die hohe Kontrolldichte und die Anordnung von Maßnahmen unterlaufen werden kann, ist ein Missstand und muss gelöst werden", fuhr Erben fort.

Der BR hatte unter Berufung auf mehrere ehemalige Mitarbeiter und eine intensive Recherche berichtet, dass es in dem Heim gravierende Mängel geben soll. So hätten die Senioren teils zu wenig Essen und Trinken bekommen, einige seien ungepflegt und ungewaschen gewesen, und auch bei der Medikamentengabe habe es Defizite gegeben. Zudem seien Pflegefehler vertuscht worden. Das Heim hat gegenüber dem BR die Vorwürfe bestritten und war für eine weitergehende Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

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Stadt Augsburg: Keine "extremen Mängel" bei offiziellen Begehungen festgestellt

Das Seniorenheim Ebnerstraße stand bereits unter besonderer Aufmerksamkeit der Behörden, nachdem die Seniorenresidenz desselben Trägers – Sereni Orizzonti – im oberbayerischen Schliersee nach skandalösen Vorfällen geschlossen worden war. Seit Februar 2021 hätten vier unangekündigte Begehungen der Fachstelle für Pflege und Behinderteneinrichtungen, Qualitätsentwicklung und Aufsicht (FQA) in der Einrichtung stattgefunden, erklärt die Stadt Augsburg – die jüngste am 31. Januar 2022. Die jüngst vom BR beschriebenen extremen Mängel seien dabei nicht festgestellt worden. Allerdings seien durchaus bereits Maßnahmen zur Behebung von anderen Mängeln angeordnet worden, die bei den Begehungen entsprechend protokolliert und der Pflege- sowie Trägerleitung mitgeteilt worden seien, heißt es in der Pressemitteilung.

Auch der Pressesprecher der Regierung Schwaben erklärte der Deutschen Presseagentur: „Die in der Berichterstattung beschriebenen Missstände waren in ihrer Dimension und diesem geschilderten Ausmaß der Regierung von Schwaben nicht bekannt", teilte deren Pressesprecher der Deutschen Presseagentur am Mittwoch mit. Allerdings habe es bei zwei unangemeldeten Begehungen im Mai und Oktober vergangenen Jahres Beanstandungen etwa wegen Defiziten in den Bereichen Wundmanagement und Thromboseprophylaxe, aber auch wegen defekter Hilfsmittel oder mangelhafter Dokumentation gegeben. (dpa/rka)