Studie aus den USA und Singapur bringt Hoffnung

Also doch! Antikörper und Impfungen schützen vor Corona-Mutationen

Impfungen und Antikörper sollen vor der südafrikanischen und brasilianischen Corona-Variante schützen.
Impfungen und Antikörper sollen vor der südafrikanischen und brasilianischen Corona-Variante schützen.
© imago images/Eibner Europa, Eibner-Pressefoto/EXPA/Groder via www.imago-images.de, www.imago-images.de

02. April 2021 - 14:15 Uhr

Forscher bestätigen Corona-Schutz durch Antikörper und Impfungen

Lange war es unklar, jetzt haben Forscher und Wissenschaftler es bestätigt: Impfstoffe bieten einen ausreichenden Schutz gegen die brasilianische und südafrikanische Coronavirus-Mutationen. Der Grund: Weiße Blutkörperchen sorgen dafür, dass "praktisch alle" Versionen des Virus erkannt werden und somit eine Immunität gegen die neuen Virus-Varianten besteht. Zu diesem Ergebnis kamen das US National Institutes of Health, die Johns Hopkins University in Baltimore und die Firma Immunoscape aus Singapur im Rahmen einer Studie.

Die Studie konzentrierte sich auf die sogenannten T-Zellen, die im Blut zirkulieren und eine Immunreaktion auslösen, sobald sie das Virus finden, auf das sie trainiert sind. T-Zellen bilden dabei eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen und begeben sich im Körper auf die Suche nach den Erregern, die sie kennen, um diesen anschließend anzugreifen – so wie in diesem Fall das Coronavirus.

So wird das Virus im Körper angegriffen: Der Unterschied zwischen Antikörpern und T-Zellen

Symbolbild: Zugelassene Impfstoffe von Johnson & Johnson wird auf einer ausgestreckten Hand präsentiert, im Hintergrund sieht man ein Symbolfoto des Coronavirus.
Die zugelassenen Impfstoffe sollten eigentlich Hoffnung bringen - dann kamen die Coronavirus-Mutationen.
© imago images/MiS, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Zubvor hieß es, dass Immunzellen aus früheren COVID-19-Erkrankungen und bereits verabreichten Impfdosen Menschen vor den Corona-Mutationen schützen sollten. Allerdings herrschte auch eine gewisse Angst unter Experten, dass die brasilianische und südafrikanische Varianten des Coronavirus dem Immunsystem entgehen und daher Impfstoffe weniger wirksam machen könnten. Beide Varianten sind nämlich auf solch eine Art und Weise mutiert, dass sie für den Körper anders aussehen. Antikörper hätten dementsprechend weniger in der Lage sein können, sie zu erkennen und zu zerstören.

Viele Studien über COVID-Impfstoffe haben sich bisher auf diese Antikörper konzentriert, weil sie die erste Verteidigungslinie des Immunsystems bilden. Die Wissenschaftler haben festgestellt, dass die Antikörper weniger gut funktionieren, sobald sie es mit den Virus-Mutationen zu tun bekommen, da sie auf diese nicht speziell vorbereitet wurden. Das liegt daran, dass die Antikörper sehr spezifisch sind und nur bestimmte Teile eines Virus erkennen können. Wenn sich Stränge des Virus zu sehr verändern, haben die Antikörper Schwierigkeiten, sich an sie zu heften.

T-Zellen hingegen sind in der Regel weniger spezifisch und daher in der Lage, verschiedene Teile des Virus zu erkennen und sich daran festzuklammern. Dadurch sind sie zudem eher in der Lage, auch unterschiedliche Stämme zu erkennen.

+++ Alle aktuellen Infos zum Coronavirus jederzeit im Liveticker +++

Schutz gegen Corona-Mutationen: So lief der Test ab

Im Rahmen dieser Studie wurden Blutproben von insgesamt 30 Personen, die sich von einer COVID-19-Erkrankung erholt hatten, mit verschiedenen COVID-Stämmen gemischt. Daraufhin konnten die Wissenschaftler bei allen Proben eine Immunreaktion erkennen. Auch wenn die Reaktionen womöglich nicht stark genug waren, um das Coronavirus vollständig aufzuhalten, da die Antikörper-Reaktionen schwächer waren, würden sie dennoch eine schwere Erkrankung oder gar den Tod verhindern.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie aus den USA und Singapur

Die Forscher aus den USA und aus Singapur testeten, ob die Immunität, die gegen die ursprüngliche Coronavirus-Version aus dem chinesischen Wuhan entwickelt wurde, auch bei neueren Stämmen funktionieren würde und kamen zu dem Ergebnis, dass dies in den Labortests der Fall war.

Obwohl die Antikörper dabei nicht so gut fungierten, fanden die Forscher heraus, dass die weißen Blutkörperchen immer noch in der Lage waren, das Virus zu erkennen und Angriffe gegen das Virus in die Wege zu leiten. Diese T-Zellen finden das Virus und zerstören mit dem Virus infizierte Zellen, um dem Immunsystem dadurch zu signalisieren, weitere toxische Substanzen wie Antikörper auszusenden, damit die Infektion gestoppt oder gar besiegt werden kann.

Lese-Tipp: Mutationen: Wird das Virus noch aggressiver?

Kritik an der Studie

Die Schwäche und Kritik der Studie besteht darin, dass sie wenig umfangreich war. Nur 30 Personen, hauptsächlich aus Nordamerika nahmen an ihr teil. Damit ist sie nicht global divers. Die Studie wurde in der Zeitschrift Open Forum Infectious Diseases veröffentlicht.

Zudem wird es wichtig sein, die Breite, das Ausmaß und die Dauerhaftigkeit der Anti-SARS-CoV-2-T-Zell-Antworten bei genesenen und geimpften Personen weiter zu beobachten. Nur so kann festgestellt werden, ob Auffrischungsimpfungen erforderlich sind und die Studie wirklich repräsentativ ist.