Was Sie über die Variante AY.4.2 wissen müssen

Neue Corona-Mutante "Delta Plus" auf dem Vormarsch? Intensivmediziner klärt auf

Prof. Dr. Stefan Kluge schätzt die aktuelle Ausbreitung der neuesten Corona-Mutation ein.
Prof. Dr. Stefan Kluge schätzt die aktuelle Ausbreitung der neuesten Corona-Mutation ein.
© deutsche presse agentur

25. Oktober 2021 - 13:05 Uhr

Aktueller Stand über die neue Corona-Mutation

Nachdem die Delta-Variante in Deutschland für fast alle Corona-Infektionen verantwortlich ist, konnten Wissenschaftler jetzt eine neue Mutation namens "Delta Plus" beobachten. Wir haben alle Informationen zu AY.4.2 zusammengetragen.

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Mutation "Delta Plus" bislang noch nicht weit verbreitet

"Im Moment spielt diese neue Mutation bei uns noch keine große Rolle", beruhigt Prof. Stefan Kluge, Klinikdirektor des UKE in Hamburg. Bislang handele es sich um vereinzelte Fälle der Mutation AY.4.2.

Es gebe "andauernd neue Mutanten des Coronavirus", so der Intensivmediziner. Noch lasse sich nicht abschätzen, wie infektiös diese spezielle Mutation tatsächlich sein wird und welche Auswirkungen sie auf die aktuell steigenden Corona-Infektionszahlen haben werde.

Delta-Plus: Was wir bislang wissen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat laut eigener Aussage eine neue Mutante der Corona-Variante Delta im Blick, die auch in Deutschland bereits gefunden wurde. Das Virus namens AY.4.2 weise zwei zusätzliche Mutationen auf, teilte die WHO am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Das Robert Koch-Institut (RKI) berichtete auf Anfrage, dass die Subvariante von Delta seit der Woche vom 5. bis 11. Juli circa 280 Mal in Deutschland nachgewiesen worden sei. Es wird jedoch nur ein kleiner Teil der Corona-Proben auf Virenvarianten geprüft. Der Anteil von AY.4.2 an allen Gesamtgenomsequenzen habe seit jener Woche in der Stichprobe des RKI zwischen 0 und 0,5 Prozent gelegen. Die Verbreitung ist damit noch sehr gering. Forscher gehen allerdings bislang nicht davon aus, dass die Mutante deutlich ansteckender sein könnte als die bisherige Delta-Variante.

In RKI-Veröffentlichungen zu Varianten wird bislang nicht auf AY.4.2 eingegangen. Dies wäre erst der Fall, wenn die WHO die Mutante als von Interesse oder als besorgniserregend einstufen würde, hieß es. Kürzlich hatten Experten von einer - noch geringen - Ausbreitung der Mutante in Großbritannien berichtet. Auch Russland verzeichnete erste Fälle, wie ein Vertreter der Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadsor laut Agentur Interfax sagte. Daneben hat es auch Nachweise von AY.4.2 in den USA und in Dänemark gegeben. (dpa/lra)