Mutante "AY.4.2" ist auch schon in Deutschland angekommen

Neue Corona-Variante "Delta Plus" entdeckt

21. Oktober 2021 - 23:24 Uhr

Delta-Ableger will die WHO genauer im Auge behalten

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat laut eigener Aussage eine neue Mutante der Corona-Variante Delta im Blick. Die Mutante sei auch in Deutschland bereits gefunden worden. Das Virus namens AY.4.2 weise zwei zusätzliche Mutationen auf, teilte die WHO am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Verbreitung in Deutschland noch sehr gering

Großbritannien, Russland, sie in Dänemark und den USA habe es bereits Fälle gegeben. Auch in Deutschland sei die Subvariante von Delta laut Robert Koch-Institut (RKI) seit der Woche vom 5. bis 11. Juli insgesamt rund 280 Mal nachgewiesen worden. Es wird jedoch nur ein kleiner Teil der Corona-Proben auf Virenvarianten geprüft. Der Anteil von AY.4.2 an allen Gesamtgenomsequenzen habe seit jener Woche in der Stichprobe des RKI zwischen 0 und 0,5 Prozent gelegen.

Forscher gehen allerdings bislang nicht davon aus, dass die Mutante deutlich ansteckender sein könnte als die bisherige Delta-Variante. "Es ist nichts im Vergleich mit dem, was wir bei Alpha und Delta gesehen haben", sagt der Biologe François Balloux vom University College London.

Die bisher gefundene Delta-Variante war 60 Prozent ansteckender als die Alpha-Variante, die zeitweise für die allermeisten Infektionsfälle auch in Deutschland verantwortlich war. Die auch als britische Mutante bekannte Alpha-Variante war wiederum etwa 35 Prozent ansteckender als der Wildtyp von Sars-CoV-2.

Immer mehr "Impfdurchbrüche" - Wie gut sind wir durch die Impfung vor Mutationen geschützt?

Definitiv besser, als ohne eine Impfung. Welche Gefahr konkret von AY.4.2 für vollgeimpfte Menschen ausgeht, bleibt zu erforschen. Nach ersten Angaben der BBC sind britische Experten allerdings zuversichtlich, dass es sich nicht um eine sogenannte Escape-Variante handelt, die den Impfstoffen bei der Infektion entkommt. Auch vom Robert-Koch-Institut (RKI) wird AY.4.4 nicht als "Variante, die Sorgen bereitet" eingestuft.

Allerdings warnt unter anderem Biontech-Chef Ugur Sahin davor, dass das Virus vereinzelt beginnt, die Immunantwort zu umgehen. "Wir sollten uns auf eine unerwartete Evolution des Virus vorbereiten. Das kann man nicht ausschließen."sagte der Entwickler des Corona-Impfstoffes vor einer Woche bei CNN.

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(vwi)