Der Grund ist nicht nur die neue 2G-Plus-Regel

Bundestag wirft ungeimpften AfD-Politiker raus

General Joachim Wundrak von der AfD darf nicht mehr an Sitzungen im Parlament teilnehmen.
General Joachim Wundrak von der AfD darf nicht mehr an Sitzungen im Parlament teilnehmen.
© dpa, Moritz Frankenberg, mof kno

13. Januar 2022 - 14:32 Uhr

2G-Plus im Bundestag

Es gilt für Restaurants, Fitnessstudios und im Einzelhandel – 2G-Plus. Eigentlich nicht weiter überraschend, dass das jetzt auch im Bundestag gilt. Ungeimpfte Abgeordnete werden aber nicht komplett von den Sitzungen ausgeschlossen. Denn: wer die 2G+-Voraussetzungen nicht erfüllen kann, darf immerhin auf einer separaten Tribüne oberhalb des Plenums Platz nehmen. Trotzdem wurde jetzt ein ungeimpfter Abgeordneter der AfD von einer Sitzung des Auswärtigen Ausschuss ausgeschlossen. Ein Novum in der Corona-Krise. Grund dafür ist aber nicht nur der Impfstatus des Abgeordneten...

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Keine separate Tribüne für Ungeimpfte

Doppelt geimpft oder genesen reicht ab jetzt auch im Bundestag nicht mehr aus. Abgeordnete, die weder geimpft noch genesen sind, können die Sitzungen weiterhin von der Tribüne aus verfolgen – aber auch dort nur noch, wenn sie einen aktuellen negativen Test vorlegen.

Genau das wurde einem Abgeordneten der AfD jetzt aber zum Verhängnis. Der ehemalige General Joachim Wundrak wurde von einer Sitzung des Auswärtigen Ausschusses ausgeschlossen.

Zwar habe sich der Abgeordnete vor der Sitzung testen lassen, trotzdem sei er weder geimpft noch genesen. Im großen Plenarsaal eigentlich kein Problem, doch gab es in diesem Raum keine Tribüne, auf der Wundrak hätte Platz nehmen können.

Dem Vorsitzenden des Ausschusses Michael Roth (SPD) blieb also nichts anderes übrig, als den AfD-Politiker aufzufordern, die Sitzung komplett zu verlassen. Wundrak sei dann "unter Protest" gegangen, erklärt der AfD-Agbeordnete selbst. "Da ich generell ein Kritiker der überzogenen Corona-Maßnahmen bin, halte ich auch diese neuen Regelungen für falsch", sagte Joachim Wundrak.

Aber vielleicht bleibt der Ausschluss eine einmalige Sache: Denn nun werde überlegt, ob der Ausschuss für seine nächste Sitzung einen Raum mit einer Tribüne nutzen könne, wo Wundrak dann oben Platz nehmen dürfte. (dpa/khe)

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