Elektrischer Schlag beim Griff an Türklinke und Co.

Darum bekommt man im Winter ständig "eine gewischt"

Wieso bekommt man bei Kälte öfter einen elektrischen Schlag?
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12. Januar 2021 - 11:33 Uhr

Wenn es kalt ist, sprühen die Funken

Sie kennen es bestimmt: Draußen ist es kalt, drinnen sprühen die Funken – jedoch nicht im romantischen Sinne. Sobald die Temperaturen im Winter frostig werden, passiert es häufig, dass wir etwas anfassen – die Klinke eines Fensters oder der Autotür, die Couch, die liebste Kuscheldecke – und schon bekommen wir "eine gewischt". Der kleine elektrische Schlag ist zwar nicht gefährlich, aber kann doch ganz schön unangenehm sein. Woher kommt das eigentlich? Und kann man etwas dagegen tun?

Warum bekommen wir "eine gewischt"?

Alle Körper - ob Menschen oder Gegenstände - tragen positive und negative elektrische Ladungen in sich. Manchmal passiert es, dass beim Kontakt zweier Körper eine Ladungsübertragung stattfindet. Das heißt: Die negative Ladung geht vom einen in den anderen Körper über. Das passiert zum Beispiel, wenn wir mit unseren Schuhen über einen Teppich laufen. Dann gehen negative Teilchen der Gummisohlen der Schuhe auf den Teppich über - und wir haben quasi einen Überschuss an positiver Energie. Berühren wir das nächste Mal einen Gegenstand, der mit der Erde in Berührung ist, entlädt sich dieser Überschuss wieder – und wir bekommen eine gewischt.

Wenn die Luft im Winter kalt und trocken ist, kommt das besonders häufig vor. Denn durch die mangelnde Feuchtigkeit ist die Luft ein schlechter elektrischer Leiter. Dann kann im menschlichen Körper besonders schnell ein solcher Überschuss entstehen, weil unsere Haut sich nicht über die Luft entladen kann. Stattdessen entladen wir uns bei Berührungen mit anderen Menschen oder Gegenständen, sodass die Funken ganz besonders häufig fliegen.

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Was kann man dagegen tun?

  • Tragen Sie keine Kleidung aus synthetischen Fasern oder Schuhe mit Kunststoff- oder Gummisohlen. Denn die bewirken, dass sie sich mehr "aufladen".
  • Cremen Sie sich regelmäßig die Hände ein, um die Haut feucht zu halten. Welche Handcremes am besten gegen trockene Winterhände helfen, haben wir hier getestet.
  • Auch bestimme Zimmerpflanzen geben besonders viel Feuchtigkeit an die Raumluft ab. Dazu gehören unter anderem diese fünf Arten.
  • Berühren Sie in regelmäßigen Abständen Gegenstände, die geerdet sind, zum Beispiel Heizungen. Dadurch entladen Sie sich und beugen den kleinen Stromschlägen vor.
  • Noch ein Tipp für Autofahrer, die beim Aussteigen ständig einen Schlag bekommen: Berühren Sie die Karosserie mit einer Hand und setzen Sie dann erst den ersten Fuß auf den Boden. Dadurch erden Sie sich vorab und so bekommen Sie keine mehr gewischt.