Nager-Alarm in den USA

Schädliche Riesen-Ratten befallen Park in Texas

11. August 2020 - 12:48 Uhr

Riesige Sumpfratten sehen aus wie Biber

Sie sind fast so groß wie Gänse, erinnern optisch an Biber – doch bei den sanften Fellnasen handelt es sich um fiese Nager! Mit großen, flachen Schwänzen und orangefarbenen Zähnen treiben sich riesige Sumpfratten im Krauss Baker Park in Forth Worth rum. Doch die Ratteninvasion im US-Bundesstaat Texas liegt Biologen zufolge nicht an der Hinterhältigkeit, die Ratten oft nachgesagt wird, sondern hat eine menschliche Ursache.

Menschen richten mehr Schaden als Nutzen an

Nach Angaben des Texas Parks and Wildlife Department wurde im Krauss Baker Park ein Rudel der Sumpfratten, die auch Biberratten genannt werden, gesichtet. Ein Foto der ungewöhnlich großen Geschöpfe verbreitete sich rasant in den sozialen Medien. Biologen erklären die Ratteninvasion damit, dass Parkbesucher die Tiere anlocken, indem sie sie füttern.

Menschen meinen es demnach meist gut, wenn sie Tieren Futter anbieten, richten dabei aber weit mehr Schaden als Nutzen an. "Die Fütterung von Wildtieren erweist sich als großes Problem, das sich negativ auf lokale Ökosysteme auswirkt und häufig zu Konflikten zwischen Mensch und Tier führt", erklärte Biologin Rachel Richter dem Lokalsender "KSAT-TV".

Hungrige Ratten bedrohen Lebensraum von Mensch und Tier

Die großen Nagetiere kommen nach Informationen der Behörden in der gesamten Osthälfte des Bundesstaates Texas vor. Die Riesen-Ratten leben eigentlich vor allem an Sümpfen, Teichen und Seen. Daher ist es ungewöhnlich, dass sie in einer so großen Gruppe mitten im Park auftauchen.

"Sie sind schädlich für den Menschen, weil sie die Wasserqualität in Gewässern beeinträchtigen, die zur Erholung oder zum Trinken von Wasser verwendet werden können", so Biologin Rachel Richter weiter. "Sie sind auch Verbreiter von Krankheitserregern und Parasiten, die Gewässer kontaminieren und möglicherweise Menschen infizieren können." Schäden für die Landwirtschaft und Umwelt würden sich zudem auch auf die Wirtschaft auswirken, betonte die Expertin.

Die Sumpfratten können durchschnittlich drei Kilo pro Tag essen. Für andere Lebewesen kann das schädlich sein, da sie durch die Nager ihren natürlichen Lebensraum verlieren.

Auch in Deutschland suchen sich Ratten oft abseits von Kanälen und Mülldeponien ein Zuhause – und das leider allzu häufig in menschlichen Wohnungen. Selbst durch Toilettenrohre finden die Tiere den Weg ins Haus. Lesen Sie hier, wie Sie sich vor Ratten schützen können.