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Ratten kommen durch die Toilette: So schützen Sie Ihre Wohnung vor Schädlingen

15. Juli 2020 - 12:54 Uhr

Schädlinge übertragen Krankheiten

Nicht nur in der kalten Jahreszeit suchen sich viele Tiere ein warmes Zuhause - und das sind leider allzu häufig menschliche Wohnungen. Dabei können sie nicht nur Lärm machen, sondern auch Krankheiten übertragen. Unser Schädlingsexperte Coryn Melis erklärt, wie Sie sich schützen können.

Seien Sie aufmerksam!

Die ungewollten Mitbewohner können Krankheiten übertragen. Schaben, Mäuse, Ratten und andere Kleintiere tragen Keime und Bakterien in ihrem Kot und Urin. Auch angefressene Lebensmittel im Keller können zum Gesundheitsproblem werden.

Schädlingsbefall kann unterschiedliche Gründe haben. Nicht immer ist es eine unsaubere Wohnung, oft ist es einfach eine günstige Gelegenheit für die Tiere, erklärt Kammerjäger Coryn Melis von der Firma F+M Schädlingsbekämpfung. "Schaben und Mäuse kommen beispielsweise durch offene Türen oder durch kleine Löcher in alten Wänden."

Ratten

Ratten treten überall auf und haben sehr große Einzugsgebiete, in denen sie sich bewegen. Der Grund für den Befall muss also nicht Ihre Wohnung sein - es kann auch eine Mülldeponie in einiger Entfernung sein, erklärt Schädlingsbekämpfer Meles.

Selbst durch Toilettenrohre finden die Nager den Weg in Wohnungen. Das Stockwerk ist dabei egal, denn es kommt vor allem auf die Rohre an. Bei alten Kupferrohren zum Beispiel wird das Material mit der Zeit brüchig, und die Nager haben genügend Halt, um hinaufzuklettern.

Experte Coryn Melis rät: "Kippen Sie auf keinen Fall Essensreste durch die Toilette, auch Spülen stört die Nager nicht. Sicherheitshalber kann der Fachmann aber sogenannte Rückschlussventile einbauen, die Ratten den Weg nach oben versperren."

Mäuse

Mäuse finden kleine Löcher in Wänden oder offenen Türen. Jetzt, wo es kälter wird, kann schon der kurze Weg zum Auto bei offener Tür eine Einladung für die Tiere sein. Mäuse sind zunächst nicht gefährlich; treten sie aber in der Nähe von Lebensmitteln auf, sollten Sie sofort reagieren.

Die Nager laufen über alle Oberflächen und verteilen dabei immer auch Spuren von Kot und Urin. Bei Mäusebefall sollten Sie also unbedingt ordentlich reinigen.

Experte Coryn Melis rät: "In Kellerräumen fallen sie nicht direkt auf und können dennoch Schaden anrichten. Angefressene Lebensmittel sollten Sie daher entsorgen, und selbst wenn keine Spuren zu sehen sind, reinigen Sie Kartoffeln und andere Lebensmittel gründlich vor dem Verzehr."

Schaben

Die deutsche Schabe ist deutlich kleiner als die bekannten Tiere aus vielen Urlaubsländern. Aber auch die kann sich mit dem Urlaubsgepäck oder größeren Einkäufen ins Haus schleichen.

Die Tiere sind Überlebenskünstler und finden sich auch unter schweren Bedingungen zurecht. Sie sind Wiederkäuer, und das macht sie gefährlich: Denn Nahrung wird anverdaut und dann für den Nachwuchs wieder ausgebrochen. Das Erbrochene überträgt Keime und somit Krankheiten.

Experte Coryn Melis rät: "Schaben könnten dieses Jahr wieder stärker vorkommen. Bei Schaben sollte man sofort reagieren, und das ist auch ein Fall für den Fachmann."

Marder und Waschbären

Sowohl Marder als auch Waschbären stehen unter Artenschutz. Man darf sie also nur verscheuchen. Wer die Tiere tötet, riskiert hohe Strafen. Sie nisten sich vor allem in den kalten Monaten gerne unter dem Dach ein.

Schon kleine undichte Stellen reichen für die Tiere aus. Im ersten Schritt muss also geklärt werden, an welcher Stelle sie eingedrungen sind. Da sie sich aber meistens im äußeren Bereich von Häusern verstecken, stellen sie keine Gefahr für die menschlichen Hausbewohner dar.

Experte Coryn Melis rät: "Rufen Sie einen Fachmann. Der trägt an der undichten Stelle ein für das Tier unangenehmes Duftpulver auf. Sobald Marder oder Waschbär ausgezogen sind, sollte das Loch professionell verschlossen werden."