Putin mobilisiert 300.000 Reservisten

Staus an der Grenze, überbuchte Flüge - viele Russen wollen nur noch raus

Russen flüchten aus dem Land Putin mobilisiert!
01:46 min
Putin mobilisiert!
Russen flüchten aus dem Land

30 weitere Videos

Spätestens mit der Teilmobilisierung der russischen Bevölkerung ist der von Wladimir Putin angezettelte Ukraine-Krieg im eigenen Land angekommen. In der Hauptstadt Moskau und fast 40 anderen russischen Städten gingen Tausende Menschen auf die Straße, skandierten Parolen wie "Nein zum Krieg" und "Russland ohne Putin". Landesweit sollen mehr als 1.300 Menschen festgenommen worden sein. Was die Russen darüber sagen, wie viele das Land nun verlassen wollen – in unserem Video.

Proteste in 40 Städten - mehr als 1.300 Festnahmen

21.09.2022, Russland, Moskau: Polizisten tragen einen Demonstranten während einer Demonstration gegen die Mobilisierung weg, der einen Ausweis in der Hand hält. Bei Protesten in Russland gegen die von Kremlchef Putin angeordnete Teilmobilmachung des
Proteste gegen Teilmobilisierung in Moskau
AZ fdt, dpa, Alexander Zemlianichenko

Putin und der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatten am Mittwoch die Mobilisierung von 300.000 Reservisten für den Angriffskrieg gegen die Ukraine angekündigt. Umgehend rührte sich Protest in Dutzenden Städten. Fotos und Videos zeigen, wie Polizisten die meist jungen Demonstranten grob ergreifen und in Busse schleppen. Von dort wurden die Festgenommenen in Polizeistationen gebracht.

Andere Menschen suchen ihr Heil eher in der Flucht als im Widerstand. An der finnischen Grenze zu Russland gibt es mehr Verkehr als üblich, teilt der finnische Grenzschutz in einem Tweet mit. Das sei bereits in der Nacht so gewesen und habe sich am Morgen fortgesetzt.

Zudem ist zu beobachten, dass immer mehr Flüge aus Russland heraus überbucht sind, weil viele Menschen schnellstmöglich weg wollen.

Selenskyj : "Russland muss für seine Verbrechen bestraft werden"

21.09.2022, USA, New York: Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, spricht auf der 77. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Hauptquartier der Vereinten Nationen. Foto: Jason Decrow/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Selenskyj sprach per Video zur UN-Vollversammlung in New York
JN sei, dpa, Jason Decrow

Unterdessen forderte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor der UN-Vollversammlung Gerechtigkeit für sein Land. Mehr als 20 Minuten sprach der ukrainische Regierungschef bei der Generaldebatte zur Weltgemeinschaft, anschließend erhielt er stehende Ovationen. „Russland wird gezwungen sein, diesen Krieg zu beenden“, erklärte Selenskyj. Das Nachbarland müsse für seine Verbrechen bestraft werden.

US-Präsident Biden warf Russland vor, die Ukraine vernichten zu wollen. „In diesem Krieg geht es schlicht und einfach darum, das Existenzrecht der Ukraine als Staat auszulöschen. Und das Recht der Ukraine, als Volk zu existieren“, sagte er. (uvo/dpa/reuters)