Nach Rassismus, Rechtsextremismus und Gewalt

Krisenmanager soll das Vertrauen in Hessens Polizei stärken

Nach Negativschlagzeilen: unabhängiger Krisenmanager soll zwischen Polizei und Bürgern vermitteln.
Nach Negativschlagzeilen: unabhängiger Krisenmanager soll zwischen Polizei und Bürgern vermitteln.
© imago images/Eibner, Eibner-Pressefoto / Michael Bermel via www.imago-images.de, www.imago-images.de

22. September 2021 - 9:20 Uhr

Rafael Behr soll Polizei- und Bürgerbeauftragter werden

Rechtsextreme Chats, Ermittlungen gegen SEK-Beamte, Gewalt, NSU-Drohschreiben: Hessens Polizei ist in der Vergangenheit immer wieder negativ aufgefallen. Jetzt soll ein Polizei- und Bürgerbeauftragter helfen. Das Land setzt auf Rafael Behr als Krisenmanager. Der 63-Jährige soll unabhängig vermitteln, wenn es zu Konflikten zwischen der Polizei und Bürgern kommt. Genauso soll er aber auch als Ansprechpartner für polizeiinterne Probleme dienen. Diesen Personalvorschlag haben die Regierungsfraktion von CDU und Grünen im Landtag vorgelegt.

Experte und Polizist mit Erfahrung

Rafael Behr soll Polizei- und Bürgerbeauftrager in Hessen werden.
Rafael Behr war selbst jahrelang Polizist in Hessen, bevor er zum Experten wurde.
© deutsche presse agentur

Rafael Behr ist derzeit als Professor für Polizeiwissenschaften an der Akademie der Polizei Hamburg beschäftigt. Er analysiert mögliches oder tatsächliches Fehlverhalten von Polizeibeamten deutschlandweit. Auch in Hessen wird er als Experte schon länger für Interviews oder Anhörungen zu Rate gezogen. Wie zuletzt bei der Affäre um rechte Chats beim Frankfurter SEK-Kommando, das nach dem Vorfall aufgelöst wurde.

Und er kennt die Praxis selbst: Behr ist ausgebildeter Polizist und war früher selbst fünfzehn Jahre bei der hessischen Bereitschaftspolizei und im Polizeipräsidium Frankfurt im Einsatz. Nach seinem Studium der Soziologie und Psychologie widmete er sich der Polizeiwissenschaft.

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Abstimmung im Landtag kommt

Vom Landtag muss Behr allerdings erst noch gewählt werden. Der Personalvorschlag soll in einer der nächsten Sitzungen des hessischen Landtags mit den anderen Fraktionen debattiert und dann auch darüber abgestimmt werden. Doch eine positive Abstimmung ist sehr gewiss. Sein Büro soll dann direkt im Landtag integriert werden. Derartige Posten gibt es auch in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein. (dpa/bch)

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