„Das hat bestialisch gestunken"

Nach Mega-Explosion in Leverkusen: Anwohnerin hat Angst um ihre Gesundheit

27. Juli 2021 - 22:35 Uhr

Anwohnerin riecht Rauchgase trotz geschlossener Fenster und Türen

Es ist gegen 09:40 Uhr vormittags, als es zu der Explosion auf dem Gelände der Entsorgungsfirma Currenta im Chempark Leverkusen kommt. Gabi Elabor wohnt nur wenige Meter Luftlinie vom Unfallort entfernt. Sie legt gerade die Wäsche zusammen, als plötzlich ihre Wohnung anfängt zu beben. "Auf einmal gab es einen Knall und das Haus fing an zu wackeln […] ich habe erst gedacht, das war ein Erdbeben", berichtet die 52-Jährige. Wenig später habe sie einen riesigen Rauchpilz aufsteigen sehen, gefolgt von Sirenen. Aus Sorge um ihre Gesundheit habe sie sofort Türen und Fenster geschlossen. "Das hat bestialisch gestunken, als wenn ein Auto brennt, auch durch die geschlossenen Fenster", so Elabor.

Giftige Substanzen freigesetzt?

Nach der Explosion und dem darauffolgenden Brand ist noch nicht klar, ob giftige Substanzen freigesetzt worden sind. Eine genaue Analyse ist laut dem Landesumweltamt (LANUV) erst gegen Ende der Woche möglich. Bis dahin sollen Anwohner auf Nahrungsmittel aus dem Garten verzichten. Auch Spielplätze in Leverkusen wurden vorsorglich geschlossen.

Explosion in Chemiepark Leverkusen
Großeinsatz nach Explosion in Chemiepark in Leverkusen
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Warnungen überall in NRW aufgehoben - bis auf Leverkusen-Bürrig

Anwohner in nahe gelegenen NRW-Städten waren nach dem Brand in Leverkusen aufgefordert worden, geschlossene Räume aufzusuchen sowie Fenster und Türen geschlossen zu halten. Inzwischen wurden diese Warnungen aufgehoben. Sie gelten nur noch im besonders betroffenen Leverkusener Stadtteil Bürrig. (dgu)