Blutgerinnsel nach AstraZeneca-Impfung

Greifswalder Forscher finden offenbar Thrombose-Ursache

Wegen mehrerer Fälle von seltenen Thrombosen wurde zwischenzeitlich die Impfung mit AstraZeneca gestoppt.
Wegen mehrerer Fälle von seltenen Thrombosen wurde zwischenzeitlich die Impfung mit AstraZeneca gestoppt.
© imago images/Chris Emil Janßen, Chris Emil Janssen via www.imago-images.de, www.imago-images.de

19. März 2021 - 10:51 Uhr

Abwehrmechanismus durch Impfung ausgelöst

Greifswalder Forscher haben offenbar die Ursache für Hirnthrombosen nach der AstraZeneca-Impfung gefunden. Demnach löst das Vakzin bei einigen Menschen einen Abwehrmechanismus aus. Der NDR hatte zuerst darüber berichtet.

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Blutplättchen aktiviert

Ein Greifswalder Wissenschaftler hält nach Angaben der Universitätsmedizin Greifswald (UMG) einen bestimmten Mechanismus für die Ursache der möglichen Thrombose-Fälle nach einer AstraZeneca-Impfung. Dem Leiter der UMG-Abteilung Transfusionsmedizin, Andreas Greinacher, zufolge könnten in seltenen Einzelfällen über die Immunantwort des Körpers die Blutplättchen aktiviert werden, was wiederum zu den schwerwiegenden Hirnvenenthrombosen mit Blutplättchenmangel führen könnte, hieß es am Freitag von der UMG.

Über eine ähnliche Vermutung hatten am Donnerstag bereits Forscher in Norwegen berichtet: Pal Andre Holme vom Universitätsklinikum Oslo hatte ebenfalls gesagt, er vermute, dass die Bildung der Gerinnsel über eine starke Immunantwort und dabei entstehende Antikörper, die an die Blutplättchen andocken und diese aktivieren, laufen könnte. Experten betonen, dass solche Ideen zum möglichen Ablauf bisher rein spekulativ sind.

Behandlung möglich

Wie der NDR berichtet, habe auch eine gezielte Behandlungsmöglichkeit entwickelt werden können. Betroffenen könnte nun ein Wirkstoff verabreicht werden, der gegen die Thrombose helfe. Eine Behandlung mit dem Wirkstoff sei allerdings nur nach der Bildung eines Blutgerinnsels möglich, nicht vorsorglich.

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Quelle: DPA//Reuters/RTL.de