Schwere Nebenwirkungen kamen 2 Wochen nach der Impfung

Mutter (47) stirbt nach AstraZeneca-Impfung

Lucy Taberer (47) aus England ist rund einen Monat nach ihrer Impfung mit AstraZeneca verstorben.
Lucy Taberer (47) aus England ist rund einen Monat nach ihrer Impfung mit AstraZeneca verstorben.
© BPM Media

01. Juli 2021 - 9:56 Uhr

Mutter eines 5-Jährigen stirbt an Sinusvenenthrombose

Lucy Taberer (47) aus England ist rund einen Monat nach ihrer Impfung mit AstraZeneca verstorben. Die Mutter des kleinen Orson wusste um das Risiko einer Thrombose, hatte aber gehofft, dass es sie nicht treffen würde. Ihr Verlobter Mark Tomlin erzählt jetzt die genauen Anzeichen der Sinusvenenthrombose – um andere zu warnen.

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Impfreaktion verschlimmerte sich

"Wir sind keine Impf-Gegner. Besonders Lucy hat sich so gefreut, als sie die Impfung bekommen hat", erzählt Mark Tomlin gegenüber der "Daily Mail". Am Tag danach hätte sie leichte Nebenwirkungen gehabt, so wie viele andere aus ihrem sozialen Umfeld auch. Sie sei darüber nicht besorgt gewesen, sondern war sich sicher, dass die Begleiterscheinungen schnell abklingen würden.

Doch als die Nebenwirkungen nicht abklangen, machte sich Lucy Sorgen. Sie habe einen blauen Fleck bekommen und sei sehr müde und antriebslos gewesen, erinnert sich Mark. Das sei untypisch für die dreifache Mutter gewesen. Als nächste habe sie einen schweren Ausschlag im Gesicht entwickelt und auch die Farbe ihres Zahnfleischs habe sich verändert.

Knapp zwei Wochen nach der Impfung wurde sie ins Krankenhaus gebracht. Dort diagnostizierten die Ärzte eine Sinusvenenthrombose. Sie behandelten die Mutter eines 5-jährigen Sohnes mit blutverdünnenden Medikamenten, doch ihr Zustand verschlechterte sich weiter.

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Mark Tomlin und der gemeinsame Sohn Orson müssen jetzt ohne Mutter Lucy zurechtkommen.
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© Leicester Mercury/BPM MEDIA

5-jähriger Orson verliert seine Mutter

Lucy wurde auf die Intensivstation verlegt, doch das Blutgerinnsel löste einen schweren Schlaganfall aus. Auch eine Notoperation konnte die Britin nicht mehr retten.

Lucy habe sie sich so sehr auf die Freiheiten nach der Impfung gefreut, dass sie ihre Liebsten wieder umarmen könne, erinnert sich Mark. Für ihn war der schwierigste Moment, als er dem 5-jährigen Orson erzählen musste, dass seine Mutter nicht mehr nach Hause kommen würde.

Der 57-Jährige Mark hat seine erste Impfung von Biontech bekommen, die zweite Dosis möchte er nach Lucys Schicksal nicht mehr bekommen. Er wisse, dass eine solche Thrombose sehr selten vorkomme. Doch die Impfung sei eine individuelle Entscheidung. Für ihn sei es wichtig, dass Lucys Geschichte nicht in Vergessenheit gerate. Seine 33-jährige Tochter hilft ihm jetzt dabei, den kleinen Orson großzuziehen.

Schwere Nebenwirkungen kommen nur sehr selten vor

In Großbritannien ist der dort produzierte AstraZeneca der beliebteste Impfstoff. Von den 24,5 Millionen Briten, die mit AstraZeneca geimpft wurden, entwickelten 389 eine Thrombose. 69 Menschen starben infolge der Thrombose.

Untersuchungen ergaben, dass die Zahl der Betroffenen bei unter 40 Jährigen etwas höher sind, als bei älteren Menschen. Daraufhin passte auch die STIKO ihre Empfehlung für die Vergabe von AstraZeneca an.

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