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Mutter starb nach Bombenangriff auf Ukraine: Sohn (18) muss sich allein um seine 4 Geschwister kümmern

Mutter starb bei einem Bombenangriff

18-Jähriger kümmert sich allein um seine vier Geschwister

18-jähriger Viacheslav zieht seine 4 Geschwister groß Mutter stirbt bei Granatenexplosion in der Ukraine

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Viacheslav Yalov ist gerade einmal 18 Jahre alt, aber muss von jetzt auf gleich erwachsen sein. Denn der Angriff der Russen auf seine Heimat im Osten der Ukraine hat für ihn und seine Familie alles verändert. Gemeinsam mit seiner Mutter und seinen vier Geschwistern lebte der junge Mann in der Region Donezk. Die jüngeren Geschwister hatten seine Mutter und er bei Freunden untergebracht, dann zogen Viacheslav und seine Mutter los, um Vorräte aufzustocken. Doch die Mutter kehrte nicht zurück.

Niemand da, der helfen konnte

Plötzlich seien Bomben eingeschlagen, berichtet Viacheslav. Nur wenige Meter von ihm und seiner Mutter entfernt. „Als ich nach ein paar Sekunden wieder zu Bewusstsein kam, habe ich meine Mutter auf der Seite liegen sehen. Ich habe sie umgedreht und sie sagte: ‚Mir geht es gut‘.“ Doch das stimmte nicht. „Ich habe versucht, sie zu retten“, erzählt der junge Mann unter Tränen. „Ich habe gesehen, wie schwer ihr das Atmen fiel. Ich bin losgerannt, um Hilfe zu holen, aber da war niemand.“

Er kehrte zu seiner schwerverletzten Mutter zurück, versuchte alles, um sie am Leben zu halten. „Ich habe Kleidungsstücke aus ihrem Rucksack geholt und versucht, die Blutung zu stoppen, Bandagen zu basteln, aber ihre Wunden waren so groß. Ich konnte nichts tun.“ Über fünf Stunden blieb Viacheslav bei seiner Mutter. Er blieb auch, als sie längst gestorben war. „Ich konnte nicht glauben, dass meine Mutter gestorben war. Ich habe immer noch gehofft, sie würde atmen“, erzählt er einem Journalisten.

Ein Bild aus glücklicheren Tagen von Viacheslav Yalov und seinen Geschwistern.
Ein Bild aus glücklicheren Tagen von Viacheslav Yalov und seinen Geschwistern.
CNN

Mutter in Bombenkrater beerdigt

Viacheslavs nächste furchtbare Aufgabe war es, die traurige Nachricht an seine vier Geschwister zu überbringen: Danylo, Nicole, Timo und die kleine Olivia, gerade einmal acht Jahre alt. „Ich wusste nicht, was ich ihnen sagen sollte. Als ich in die Wohnung trat, voll mit Blut, saßen sie in der Küche und haben direkt realisiert, was passiert war. Sie haben es sofort verstanden.“

Viacheslav und seine Geschwister beerdigten ihre Mutter in einem flachen Grab. Ein Krater, den eine Bombe hinterlassen hatte. Dann verließen sie die Stadt in Richtung Westen. Mittlerweile sind sie in Drohobych untergekommen, westlich von Lwiw. Die Regierung hat sie in einem kleinen Einzimmerapartment untergebracht. Zu fünft. Eine schwierige Aufgabe für Viacheslav. Die jüngeren Geschwister versuchen zu helfen, etwa mit dem Geschirr. Viacheslav hilft bei den Schularbeiten.

So sah das Haus der Familie vor dem Angriff aus. Jetzt stehen nicht einmal mehr die Grundmauern.
So sah das Haus der Familie vor dem Angriff aus. Jetzt stehen nicht einmal mehr die Grundmauern.
CNN
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Hilfe von völlig Fremden

Die Familie hat keine Freunde und Bekannte in der unmittelbaren Nähe. Doch über die Sozialen Medien hat sich die Geschichte des jungen Mannes verbreitet. Mittlerweile bekommt er Hilfsangebote von völlig fremden Menschen. Vielleicht kann er auch dank derer sogar eines Tages wieder zur Schule gehen. Für Viacheslav ist erst einmal allerdings nur eine Sache wichtig: „Ich bin dankbar, dass wir zusammenbleiben konnten und glaube, dass meine Mutter bei mir ist und mir hilft.“ (eon)

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