Hat Manuel S. etwas mit dem Tod des Mädchens zu tun?

Mordfall Peggy: „Mein Mann ist unschuldig“, sagt die Ehefrau des Hauptverdächtigen

06. Mai 2019 - 16:09 Uhr

Simone S. äußert sich zum ersten Mal öffentlich zu den Vorwürfen

Vor 18 Jahren verschwand die neun Jahre alte Peggy Knobloch aus Oberfranken, erst 2016 wurde ihre Leiche gefunden. Als Hauptverdächtiger gilt der 41-jährige Manuel S. aus Markleuthen. Seine Frau glaubt trotz aller Indizien weiter fest an seine Unschuld. Im RTL-Interview erzählte sie, wie die Ermittlungen ihre Familie belasten und welche Vorwürfe sie der Polizei macht.

Manuel S. legte ein Geständnis ab und widerrief es später

An einer Wand in der Kirche des oberfränkischen Ortes Lichtenberg hängt am 22.4.2002 ein Bild der vermissten Peggy Knobloch. Einwohner haben Briefe der Anteilnahme daneben gehängt. Seit dem 7. Mai 2001 fehlt von der Neunjährigen jede Spur. Die Eltern
An einer Wand in der Kirche des oberfränkischen Ortes Lichtenberg hängt am 22.4.2002 ein Bild der vermissten Peggy Knobloch.
© picture-alliance / dpa, Marcus Führer

Im Polizeiverhör gestand Manuel S., dass er Peggys Leiche in seinem Auto in den Wald gefahren hätte. Mit ihrem Tod habe er aber nichts zu tun. Später wiederrief er das Geständnis. "Ich wusste, dass da nichts dran sein kann", erzählt Simone S. "Mein Mann hat mir wirklich immer alles erzählt." Das Geständnis habe ihr Mann nur abgelegt, weil er von den Ermittlern dazu gedrängt worden sei.

Sind die Vorwürfe der Ehefrau Schutzbehauptungen?

Und Simone S. erhebt noch weitere Vorwürfe gegen die Ermittler. Sie glaubt, dass die Polizei ihren Mann in den Selbstmord treiben wollte. Darum sei das Ermittlungsverfahren so öffentlich. "Selbstmord ist ein Schuldeingeständnis", meint Simone S. "Das wäre die einfachste Alternative." Nach der Vernehmung habe ein Polizist ihren Mann mit den Worten verabschiedet: "Herr S., Sie fahren jetzt aber nicht nach Hause und bringen sich um."

Das Verhör fand am 12. September 2018 statt. Verhaftet wurde Manuel S. dann aber erst am 10. Dezember 2018 – für die 34-Jährige alles Hinweise darauf, dass die Ermittler hofften, dass Manuel S. sich in der Zeit etwas antun könnte.

Was an den Vorwürfen wirklich dran ist, lässt sich schwer sagen. Psychologe und Verhaltenstherapeut Dr. Christian Lüdke glaubt, dass die Vorwürfe auch eine Art Schutzmechanismus für die Ehefrau sein könnten. "Alles das tut sie nach dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung. Würde sie das Ganze reflektieren, würde sie in ihrem tiefsten Inneren spüren, dass möglicherweise doch ein Fünkchen Wahrheit daran ist und das würde sie und ihr ganzes Leben massiv erschüttern", meint der Therapeut.

Peggys Mutter vertraut den Ermittlern weiterhin

Ein Absperrband der Polizei umzäunt am 04.07.2016 ein Waldstück an einer Verbindungsstraße zwischen Rodacherbrunn in Thüringen und Nordhalben in Bayern. Nach dem Fund einer Leiche in einem Waldstück in Thüringen prüfen die Ermittler Verbindungen zum
Erst im Juli 2016 wurde die Leiche des Mädchens in einem Wald in Thüringen entdeckt.
© dpa, Bodo Schackow

Während Simone S. ihr Vertrauen in die Ermittler verloren hat, die versuchen, den Mord an Peggy Knobloch aufzuklären, hat die Mutter des toten Mädchens weiterhin die Hoffnung, dass der Täter irgendwann gefasst wird. "Also wir haben das Vertrauen in die Polizei noch nicht verloren. Warum sollten wir auch?", erklärte die Anwältin von Susanne Knobloch. "Wenn man sich überlegt, dass das Verfahren jetzt mehr als 17 Jahre läuft, sind wir für jeden Schritt dankbar, der unternommen wird, um herauszufinden, was damals passiert ist."