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Mordfall Peggy Knobloch: Manuel S. gesteht, Leiche im Wald vergraben zu haben

Manuel S. legt Geständnis im Fall Peggy ab
Manuel S. legt Geständnis im Fall Peggy ab Er soll ihre Leiche im Wald versteckt haben 00:46

Möglicher Durchbruch im Mordfall Peggy

Es ist wohl der mysteriöseste Mordfall in Deutschland: Die damals achtjährige Peggy Knobloch verschwindet 2001 spurlos, 15 Jahre später wird ihre Leiche gefunden. Laut Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und des Polizeipräsidiums Oberfranken gibt es jetzt ein Geständnis. Demnach soll Manuel S. gestanden haben, dass er die Leiche des Mädchens im Wald vergaben habe.

Manuel S. legt Geständnis ab

ARCHIV - Die von der Polizei herausgegebene Aufnahme zeigt Peggy Knobloch aus dem oberfränkischen Lichtenberg (undatiertes Archivfoto). Die Staatsanwaltschaft Hof überprüft Hinweise, nach denen ein wichtiger Belastungszeuge im Mordfall Peggy die Auss
Im Laufe der Jahre hatte eine Sonderkommission mehrere Verdächtige, doch viele Spuren liefen ins Leere. © dpa, Polizei

Ein Geständnis im rätselhaften Mordfall der neunjährigen Peggy hat die Ermittler rund 17 Jahre nach Verschwinden des Kindes einen wesentlichen Schritt weitergebracht. Ein 41-Jähriger hat ausgesagt, den leblosen Körper des Mädchens im Mai 2001 in einen Wald gebracht zu haben, wo Jahre später Knochen gefunden wurden.

"Wir sind überzeugt davon, den Mann gefasst zu haben, der den Körper von Peggy in das Waldstück bei Thüringen gebracht hat", sagte Daniel Götz, Gruppenleiter der Staatsanwaltschaft Bayreuth, am Freitag. Der 41-Jährige ist für die Beamten kein Unbekannter: Es handelt sich um Manuel S., der schon früher im Zusammenhang mit der Suche nach dem Kind im Visier war.

Nach Vernehmung wieder freigelassen

Auto Manuel S. zum Verstekcen der Leiche Peggy.
Auto des Tatverdächtigen Manuel S., mit dem er Peggys Leiche in den Wald gefahren haben soll. © Polizei Oberfranken

Der nun Beschuldigte habe vor einigen Tagen bei einer Vernehmung angegeben, dass er das leblose Kind von einem anderen Mann an einer Bushaltestelle übernommen habe. Er habe noch vergeblich versucht, das Mädchen wiederzubeleben - es dann in eine rote Decke gepackt, in den Kofferraum seines goldfarbenen Autos gelegt und in den Wald gebracht. 

Zuvor standen im Mordfall Peggy auch der NSU-Terrorist Uwe Böhnhardt und Ulvi K. unter Verdacht, jedoch wurden beide wieder freigesprochen. Letzte Woche entdeckte die Polizei neue Spuren in dem rätselhaften Mordfall: Der Tatverdächtige Manuel S. soll daraufhin in der letzten Woche vernommen und danach entlassen worden sein. Er bleibe erst einmal bis auf Weiteres auf freiem Fuß. "Haft setzt einen dringenden Tatverdacht voraus, den sehen wir im Moment nicht", sagte der Staatsanwalt. 

Der Beschuldigte war den Ermittlern bekannt

Die Ermittler teilten zudem mit, dass an Fundstücken der sterblichen Überreste des Mädchens Torfspuren entdeckt wurden. Sie weisen auf Pflanzarbeiten des Mannes am Tattag hin, die den Ermittlern bekannt waren. Außerdem fanden sie Farbreste, wie sie in Renovierungsmüll vorkommen. "Den Ermittlern war bekannt, dass der jetzt Beschuldigte damals umfangreiche Renovierungsarbeiten ausgeführt hatte", hieß es.

Darüber hinaus platzte ein angebliches Alibi des Mannes: Entgegen seiner bisherigen Angaben war er am Tattag in Lichtenberg unterwegs. Den Schulranzen und die Jacke von Peggy will der 41-Jährige Tage später bei sich zu Hause verbrannt haben, wie die Ermittler sagten. Das goldfarbene Auto haben Polizei und Staatsanwaltschaft inzwischen gefunden. Es werde ebenfalls nach Spuren untersucht. 

Bürgermeister aus Peggys Heimat äußert sich

Auch in Peggys Heimat Lichtenberg ist der Fall nach 17 Jahren wieder allgegenwärtig. Zu den neuesten Ergebnissen äußerte sich auch Bürgermeister Holger Knüppel: "Nun sieht es tatsächlich so aus, als ob der Fall endgültig gelöst werden kann. Das hoffe ich zumindest sehr!"

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