In Rumänien misshandelt - jetzt ein kleiner Kita-Star

Leidgeprüfte Mischlingshündin „Happy“ macht jetzt Kita-Kinder froh

Yvonne Quandt und Happy.
© Fröbel e.V., Yvonne Quandt/Fröbel e.V., Yvonne Quandt

19. Oktober 2020 - 12:24 Uhr

Tierische Unterstützung in der Kita

Therapiehündin Happy fühlt sich pudelwohl in ihrem Job: den ganzen Tag mit den Kindern im Kindergarten spielen, toben und gestreichelt werden. Dabei sah Happys Leben nicht immer so glücklich aus.

Vom Tierheim in den Kindergarten

Im Integrationskindergarten Fröbelchen im Leipziger Stadtteil Mockau tapsen mittlerweile nicht mehr nur kleine Kinderfüße, sondern nun auch vier Pfoten durch den Gruppenraum. Mischlingshündin Happy ist dank Frauchen und Kita-Fachkraft Yvonne Quandt zu ihrem neuen Job gekommen. Vor gut einem Jahr suchte die 38-Jährige gezielt einen Hund aus dem Tierheim für eine tiergestützte Arbeit mit Kindern. Die einäugige Mischlingshündin Happy überzeugt sie sofort und findet bei Yvonne Quandt auch gleich ein glückliches und liebevolles Zuhause. Doch die Hündin hatte nicht immer so viel Glück, musste zuvor viel Leid erfahren.

Misshandelt und mit nur einem Auge

Ursprünglich kommt Happy aus Rumänien. Dort wurde sie allerdings so misshandelt, dass ihr nun ein Auge fehlt. Von der rumänischen Krankenstation kam die fünf Jahre alte Mischlingshündin dann ins Tierheim Oelzschau. Hier fiel Happy der Kita-Fachkraft Yvonne Quandt sofort auf. "Happy ist nicht zu groß, hat ein ruhiges und freundliches Wesen, ist verschmust und mag vor allem Kinder", sagt die 38-Jährige über ihre neue Mitbewohnerin und Kollegin.

Tierische Therapie

Von einem Therapie-Begleithund im Kindergarten profitierten vor allem die Kinder. Happy animiert zum Sprechen, kreativ sein und beeinflusst die Gruppendynamik erheblich. Die Kinder lernen neben tierischem Fachwissen auch gleichzeitig Verantwortung für ein Tier zu übernehmen und sich rücksichtsvoll zu verhalten. Vor allem in der Eingewöhnungsphase ist Happy eine enorme Unterstützung. Sie vermittelt Ruhe und Entspannung, aber bietet gleichzeitig Anlass zum Reden oder aktiv werden.

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Von Angst keine Spur

Grundregel: niemand muss, aber jeder darf sich Happy nähern, die auch selbst gerne den Kontakt zu den Kindern sucht. "Die Neugier und Offenheit der Kinder überwältigt mich immer wieder und wenn dann doch genug Mut und Vertrauen da ist, lieben sie Happy", sagt Yvonne Quandt. Auch von den Eltern kommt überwiegend positive Rückmeldung und nicht selten fällt zu Hause der Satz: "Ich möchte gerne auch einen eigenen Hund". Dass dieser aber nicht nur streicheln und spielen will, sondern auch Pflichten mit sich bringt, lernen die Kinder schnell beim Umgang mit Happy.

Der einäugige Hund macht die Kita-Kinder "happy" und hat nach seiner Leidensgeschichte nun viele neue Freunde und ein liebevolles Zuhause gefunden.

GUT ZU WISSEN: Darum sollten Kinder mit einem Hund aufwachsen

Ein Kind braucht heutzutage anscheinend nicht nur intellektuelle Stimulierung, sondern auch ganz handfeste Förderung in Form von Mikroorganismen. Und wo bekommt Baby die am besten her? Genau: Von Haustieren, bevorzugt von solchen mit Fell. So behauptet es zumindest diese Studie.