Noa Pothoven

Missbrauchsopfer (17) stirbt nach langer Qual

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8. Juni 2019 - 11:44 Uhr

Noa Pothoven nimmt in einem Instagram-Post Abschied

"Liebe ist loslassen", schrieb Noa Pothoven in ihrem letzten Instagram-Post vor fünf Tagen. Wenige Tage später ist die 17-Jährige tot. Medienberichten zufolge hat sie mit der Unterstützung einer Sterbehilfe-Klinik ihrem Leben ein Ende gesetzt. "Das war schon lange mein Plan und geschieht nicht aus einem Impuls", beschreibt sie diese Entscheidung. Noa wurde als kleines Mädchen missbraucht. Seitdem litt sie an posttraumatischen Störungen, Depressionen und Magersucht. "Ich atme, aber ich lebe nicht länger", beschrieb sie im Instagram-Post, wie sie sich fühlte.

Update: Seit Mittwochnachmittag gibt es Zweifel daran, dass Noa mit aktiver Sterbehilfe ihr Leben beendete.

Noas Autobiografie heißt „Gewinnen oder Lernen“

"Noa Pothoven ist am Sonntag verstorben", melden niederländische Medien wie "De Limburger". Das Mädchen aus Arnheim hat sich Tage zuvor bewusst entschieden, nicht mehr weiterzuleben. Sie hat mit sich gerungen, ob sie ihre Entscheidung öffentlich macht, wie sie im Instagram-Post beschreibt. Doch sie wusste, dass sie niemand von ihrer Entscheidung abbringen kann. Die Niederlande waren 2001 das erste Land, das aktive Sterbehilfe legalisiert hat. Auch Minderjährige dürfen um Hilfe bei der Selbsttötung bitten.

Ihr Leid öffentlich zu machen, das hat Noa Pothoven bereits früher beschlossen. Nachdem sie jahrelang geheim gehalten hatte, dass sie als Kind Opfer von sexuellem Missbrauch geworden war, veröffentlichte sie als 16-Jährige ihre Autobiographie. Das Buch trägt den Titel "Gewinnen oder Lernen" (niederländisch: "Winnen of Leren"). Darin beschreibt sie ihren Kampf gegen das Leben mit den Folgen einer Vergewaltigung im Kindesalter.

Im Video: Gesetzliche Lage zu Sterbehilfe und assistiertem Suizid in Deutschland

„Nach Jahren des Kämpfens ist es vorbei“

Bereits im Dezember vergangenen Jahres ließ sich Noa Pothoven laut niederländischen Medien in einer Sterbehilfe-Klinik in Den Haag beraten. Bis dahin hatte sie auf Instagram mit ihren Followern geteilt, wie sie ihren Kampf gegen die psychischen Erkrankungen kämpfte.

"Nach Jahren des Kämpfens ist es vorbei", schrieb die 17-Jährige in ihrem letzten Instagram-Post. Darin erklärte sie auch, sie habe aufgehört zu essen und trinken. "Alles Liebe von Noa".

Hilfe bei Selbstmordgedanken

Kreisen Ihre Gedanken darum, sich das Leben zu nehmen? Versuchen Sie, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über Ihre Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich. Hier finden Sie eine Übersicht über Hilfsangebote.

Wenn Sie schnell Hilfe brauchen, dann finden Sie unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Menschen, die Ihnen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.