Ärzte kämpfen um verletzte Kinder

Mindestens neun Tote nach Amoklauf an Schule: Russland trauert um die Opfer

Vor der Schule in Kasan haben Trauernde Blumen und Kuscheltiere abgelegt.
Vor der Schule in Kasan haben Trauernde Blumen und Kuscheltiere abgelegt.
© APTN

12. Mai 2021 - 11:45 Uhr

Putin will Waffengesetz reformieren

Menschen halten sich in den Armen, sie weinen oder stehen fassungslos vor einem Meer aus Blumen und Kuscheltieren, das sich vor einer Schule in der russischen Stadt Kasan angesammelt hat. Hier hat ein ehemaliger Schüler (19) mindestens neun Menschen erschossen, die meisten von ihnen Kinder. Während Ärzte in den Krankenhäusern noch immer um das Leben weiterer Verletzter kämpfen, steht Russland unter Schock. Kremlchef Wladimir Putin will als Konsequenz aus der Tat das Waffengesetz verschärfen.

Angreifer schoss mit Maschinengewehr

Der Präsident habe befohlen, "rasch eine neue Vorschrift auszuarbeiten hinsichtlich der Waffenarten, die in den Händen von Zivilisten sein dürfen", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Auch der Waffentyp, den der Angreifer in der Schule benutzte, soll dabei berücksichtigt werden. Der Täter soll die Schule am Morgen des 11. Mai durch einen Haupteingang betreten und sofort mit einem Maschinegewehr um sich geschossen haben. Auf den 19-Jährigen soll auch die genutzte Waffe registriert worden sein. Den Waffenschein hat er Berichten zufolge erst im April bekommen.

Putin drückte den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. "Der Präsident spricht den Angehörigen der Kinder, die durch die Hand des Schützen gestorben sind, sein tiefes Beileid aus und wünscht den Schulkindern, die verletzt wurden, baldige Genesung", sagte Peskow.

Video: Amoklauf an russischer Schule

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Amokläufe an russischen Schulen relativ selten

Kuscheltiere und Blumen vor der Schule
Kuscheltiere und Blumen vor der Schule in Kasan.
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Schusswaffenangriffe an russischen Schulen sind relativ selten, das Land hat bereits strenge Waffengesetze. In den vergangenen Jahren nahmen Gewalttaten von Schülern aber zu. Im Oktober 2018 hatte ein Gymnasiast in einer Schule in Kertsch auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim 19 Menschen erschossen. Putin hatte nach der Bluttat die "Globalisierung" für die Tat verantwortlich gemacht – das Phänomen eines Amoklaufs an Schulen stamme aus den USA.

Laut russischen Behörden seien in den vergangenen Jahren Dutzende Angriffe in Schulen vereitelt worden. Im Februar 2020 wurden zwei Jugendliche festgenommen, die den Ermittlern zufolge eine Schule in Saratow hatten angreifen wollen.

Wachpersonal an vielen Schulen in Russland

Nach früheren Angriffen auf Schulen haben viele Bildungseinrichtungen in Russland Wachpersonal an Eingängen. Ob das auch bei der betroffenen Schule Nummer 175 in Kasan der Fall war, war zunächst unklar.

Kasan liegt etwa 720 Kilometer östlich von Moskau. In Russland hatten die Schulen erst am Dienstag nach den Ferien begonnen.

MST

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