Bobby war Ehemann und Pastor

Mein Mann ist schwul: Wie eine Familie mit dem Coming-Out des Vaters umgeht

06. August 2020 - 12:34 Uhr

„Das Thema war eine tickende Zeitbombe“

Es ist eine ganz normale Ehe – mit Liebe, Sex und zwei gemeinsamen Kindern. Bobby Huber und Dagmar Raimund sind noch jung als sie heiraten. Nachdem der erste Sohn zur Welt kommt, hat Bobby eine Affäre mit einem Mann. Er erzählt seiner Frau davon – für sie ist es kein Grund für eine Trennung. Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem es für Bobby so nicht weitergeht. Wie die Familie mit seinem Coming-Out umgeht, erzählt sie uns im Video.

Die vermeintliche heile Welt

Dagmar und Bobby ziehen von Deutschland nach Österreich, arbeiten dort in einer kleinen Gemeinde bei Linz als Pastorenpaar. Sie sind Eltern von zwei Söhnen. Die Familie scheint perfekt, doch Bobby kämpft weiter mit seiner Identität und seinen Gefühlen für Männer. "Was ich am Anfang noch als sexuelle Fantasie abgetan habe, habe ich zunehmend doch gemerkt, dass das mehr Raum für ihn einnimmt, über die Jahre", erzählt uns Dagmar.

Bobby muss sich endlich klar werden, wer er sein will und zieht nach vielen Jahren endlich einen Schlussstrich: "Ich hab damals zu drei Dingen 'Nein' gesagt: Ich mag nicht mehr Pastor sein, Ich mag kein Christ mehr sein – und ich mag auch nicht mehr dein Ehemann sein, Dagmar."

Bobby trennt sich von seinem alten Leben, aber nicht von der Familie

Sein Coming-Out löst eine Flut der Ereignisse aus – es folgt die Scheidung, der Austritt aus der Kirche – und das ganze Gerede in der Gemeinde.

Es ist nicht immer einfach, doch Dagmar versucht die Familie weiter zusammenzuhalten. Und dann verliebt sich Bobby in einen Mann. Wie wunderbar die Familie alles meistert, verraten uns Dagmar und Bobby im Video.

Ein spätes Outing kann Chaos und Leid auslösen. Wie Sie damit umgehen, verrät uns eine Sexualtherapeutin.