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Mariupol wohl gefallen: Putin will Stahlwerk abriegeln

Putin sagt Sturm auf Stahlwerk ab - Gelände soll abgeriegelt werden

Russland verkündet Einnahme Mariupols

Drohnenschuss des Stahlwerks
Im Stahlwerk in Mariupol sollen sich neben ukrainischen Soldaten auch bis zu 1000 Zivilisten verschanzen.
AP

Wochenlang war die ukrainische Hafenstadt Mariupol umkämpft – nun ist sie wohl gefallen. Das verkündet der russische Verteidigungsminister Schoigu in einer TV-Ansprache gemeinsam mit Präsident Putin. Doch in einem Stahlwerk verschanzen sich noch immer ukrainischen Kampfeinheiten und bis zu tausend Zivilisten. Die Anlage gilt als Hochburg des ukrainischen Widerstands. Nun soll sie abgeriegelt werden.

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Ukraine fordert humanitären Korridor

dpatopbilder - HANDOUT - 21.04.2022, Russland, Moskau: Auf diesem vom Presseamt des russischen Präsidenten veröffentlichten Foto sitzen Wladimir Putin (l), Präsident von Russland, und Sergej Schoigu, Verteidigungsminister von Russland, während eines
Russlands Präsident Putin und Verteidigungsminister Schoigu verkündeten die Einnahme von Mariupol in einer TV-Ansprache.
AZ mbu alf, dpa, -

Die ukrainische Regierung hat von Russland für das eingekesselte Stahlwerk Azovstal einen humanitären Korridor gefordert. „Dort befinden sich gerade etwa 1.000 Zivilisten und 500 verwundete Soldaten. Sie müssen alle heute aus Azovstal herausgeholt werden!“, schrieb Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk am Donnerstag im Nachrichtenkanal Telegram.

Sie rief „die Welt“ dazu auf, alle Anstrengungen jetzt auf das Stahlwerk zu konzentrieren. „Das ist jetzt der Schlüsselpunkt und der Schlüsselmoment für die humanitären Bemühungen“, betonte Wereschtschuk.

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Kurz zuvor hatte der russische Präsident Putin seinem Verteidigungsminister Sergej Schoigu die Anordnung gegeben, das Gelände des Stahlwerks nicht zu stürmen. „Blockiert diese Industriezone so, dass nicht einmal eine Fliege rauskommt“, ordnete der Kremlchef an. Die ukrainischen Kämpfer sollten die Waffen niederlegen, dann werde ihnen das Leben garantiert.

Baerbock: Bundesregierung arbeitet an Evakuierung

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock mahnte in Talinn eindringlich, die noch verbliebenen Menschen in Mariupol zu evakuieren. Die Lage dort sei "kaum zu ertragen", sagt Baerbock.

Die Menschen auch vom Gelände von Asovstal müssten die Stadt verlassen können. Daran arbeite auch die Bundesregierung mit den internationalen Partnern und auch mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz, so Baerbock.

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Mariupol gilt als strategisch wichtig.

Die Großstadt Mariupol mit einst über 400.000 Einwohner ist seit Beginn des Krieges heftig umkämpft und seit Wochen von russischen Truppen eingeschlossen. Versuche, die Zivilisten zu evakuieren, scheiterten großteils. Laut dem russischen Verteidigungsminister Schoigu habe man aber mehr als 140.000 von ihnen ermöglicht, die Stadt zu verlassen. Von den ukrainischen Streitkräften rund um das Stahlwerk hätten sich fast 1.500 Kämpfer bereits ergeben. Den verbliebenen Kämpfern wurde bei Aufgabe eine respektvolle Behandlung zugesagt.

Mariupol am Asowschen Meer gilt als strategisch wichtig. Sie liegt zwischen den pro-russischen, selbst ernannten Volksrepubliken von Luhansk und Donezk und der von Russland 2014 annektierten Halbinsel Krim. (agr/dpa/reuters)

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