Goldmünzen im Wert von 1,6 Millionen Euro in Manching gestohlen

Irre Einbruchserie: Stecken die Diebe vom Grünen Gewölbe in Dresden auch hinter dem Keltenschatz-Klau?

Diebe klauen Millionen-Goldschatz aus Museum in Bayern Kelten-Schatz in Manching (Oberbayern) gestohlen
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Kelten-Schatz in Manching (Oberbayern) gestohlen
Diebe klauen Millionen-Goldschatz aus Museum in Bayern

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Mitten in der Nacht brechen mehrere Diebe in ein Museum in Manching ein und erbeuten einen Goldschatz in Millionenhöhe. Die Polizei richtet eine Soko ein. Sind sie womöglich sogar einer spektakulären Einbruchserie auf der Spur?

Goldschatz-Klau in Manching: "Parallelen" zu Juwelendiebstahl in Dresden

Wer sind die Täter, die in der Nacht auf Dienstag in das Kelten Römer Museum in Manching eingestiegen sind und einen Goldschatz in Millionenwert gestohlen haben? Die Polizei steht vor einem Rätsel.

Womöglich besteht sogar ein Zusammenhang mit dem spektakulären Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden und dem Münzklau aus dem Bode-Museum in Berlin. Es gebe „Parallelen“, sagte der Vizepräsident des Landeskriminalamts, Guido Limmer. Ob tatsächlich Verbindungen bestehen, sei aber noch völlig unklar.

Keltenschatz-Klau: Diebe legten Internet und Telefonnetz lahm

23.11.2022, Bayern, Manching: Ein eingeschlagenes Vitrinen-Fenster ist im Kelten-Römer-Museum zu sehen. Einbrecher haben im oberbayerischen Manching einen mehrere Millionen Euro teuren Goldschatz aus der Keltenzeit erbeutet. Wie ein Sprecher des Baye
Die Einbrecher erbeuteten einen Goldschatz im Millionenwert.
kne jai, dpa, Peter Kneffel

Offenbar wussten die Täter genau, was sie tun: Kurz vor dem Diebstahl legten die Diebe offenbar das Telefonnetz, das Internet und damit auch die Alarmanlage des Museums lahm. Die Ermittler gehen davon aus, dass zwischen dem Einbruch und der Sabotage eine direkte Verbindung besteht.

Die Täter gingen schnell vor: Insgesamt dauerte der Einbruch gerade mal neun Minuten. In der Nacht zum Dienstag sei um 1.26 Uhr eine Außentür aufgehebelt worden, teilte die Polizei mit. Dann hätten die Diebe die Münzen aus zwei Vitrinen entwendet und das Museum um 1.35 Uhr bereits wieder verlassen.

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Bayern: Polizei bildet Soko "Oppidium"

Als in der Nacht das Telefonnetz ausfiel, hatten die Ermittler zunächst befürchtet, Banken und Geldautomaten könnten das Ziel von Kriminellen werden. Dass diese aber wohl das Manchinger Museum im Visier hatten, sei erst klar geworden, als Museumsmitarbeiter den Einbruch am Dienstagvormittag bemerkten und die Polizei alarmierten. Zwischen der Betriebsstelle und dem Museum liegt den Angaben zufolge nur ungefähr ein Kilometer.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Kriminellen zunächst zwei Türen des Museums aufbrachen und sich danach an den beiden mit Sicherheitsglas geschützten Vitrinen zu schaffen machten und den insgesamt 3,724 Kilo schweren Goldschatz mitnahmen. Eine 20-köpfige Sonderkommission wurde gebildet. Sie trägt den Namen einer keltischen Siedlung: „Oppidum“.

Manching: Goldmünzen im Wert von 1,6 Millionen Euro gestohlen

Die Polizei hat eine Soko eingerichtet.
Die Polizei hat eine Soko eingerichtet.
kne jai, dpa, Peter Kneffel

Laut dem Direktor der Archäologischen Sammlung München liegt der Handelswert der in Manching gestohlenen Goldmünzen bei rund 1,6 Millionen Euro. Man gehe von einem Verkaufspreis von 3.000 bis 4.000 Euro pro Münze aus, sagte Rupert Gebhard. Den reinen Materialwert des Goldes bezifferte Gebhard auf aktuell rund 250.000 Euro.

Sollten die Täter das Gold nach dem Einbruch und Diebstahl im Kelten Römer Museum in Manching einschmelzen, wäre dies ein „Totalverlust“, sagte Gebhard. Für europäische Archäologen seien die 483 Münzen - der größte keltische Goldfund, der im vergangenen Jahrhundert bei regulären Grabungen auftauchte - ein „wirkliches Kleinod“.

Kunstminister Markus Blume (CSU) bezeichnete den Diebstahl als einen Angriff auf das kulturelle Erbe Bayerns. Der Keltenschatz sei „von kulturhistorisch unschätzbarem Wert“, sagte Blume der Deutschen Presse-Agentur. Ende der 90er Jahre sei er ein „Sensationsfund“ gewesen, der einen Blick in das Leben der Menschen in Bayern vor mehr als 2.000 Jahren möglich gemacht habe. „Es ist insofern auch eine Attacke auf unser kulturelles Erbe und auch auf den Kulturstaat“, sagte Blume. (jda/dpa)