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Diese Faschingsidee ging nach hinten los

Frau färbt ihren Hund rosa - jetzt droht ihr eine hohe Geldstrafe

Miriam Mader färbte ihren Malteser rosa - ohne zu wissen, dass dies verboten ist.
Miriam Mader färbte ihren Malteser rosa - ohne zu wissen, dass dies verboten ist.
© Miriam Mader

11. Februar 2021 - 8:56 Uhr

Miriam färbte ihren Malteser pink - mit der Reaktion darauf hatte sie nicht gerechnet

Eigentlich wollte Miriam Mader aus Österreich nur ihre Familie überraschen – jetzt droht ihr eine hohe Geldstrafe. Für sie und ihren Malteser "Chanel" wollte die 31-Jährige den pinken Partner-Look. Ein rosa Poloshirt gab es für Frauchen, dann ging es an die Verzierung des Vierbeiners "Zuerst habe ich vorsichtig den Schwanz rosa gefärbt, und als das richtig klappte, folgte das ganze Tier," erklärt Miriam. Aus dem weißen Malteser wird kurzerhand ein pinkes Schoßhündchen. Ganz stolz präsentiert die junge Hobby-Hundefriseurin ihre barbierosane "Chanel" auf Facebook. Das Foto spricht sich rum und wird - im wahrsten Sinne des Wortes - bekannt wie ein bunter Hund. Doch statt Begeisterung hagelt es einen Shitstorm, der sich gewaschen hat!

Färben von Tierfell ist verboten

Im Internet tobt vor Wut ein ganzes Rudel rasender Tierfreunde. Sogar eine Tierärztin schaltet sich ein, weil Färbemittel für den Hund gefährliche Giftstoffe enthalten. "Ich habe doch eine Haarfärbung für Hunde auf Amazon kaufen können," beteuert die junge Frau. Doch was für uns Menschen vielleicht witzig aussieht, kann zu schweren Gesundheitsschäden, Stress und Verhaltensstörungen bei den Hunden führen. Tatsächlich ist deshalb "das Verfärben von Haut oder Fell aus kommerziellen oder ästhetischen Gründen" laut Tierschutzgesetz verboten.

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Miriam bereut ihren Färbe-Fail

Miriam Mader kuschelt mit Malteser-Hündchen „Chanel“
Miriam Mader will ihr Malteser-Hündchen „Chanel“ bald wieder weiß färben.
© Miriam Mader

"Es tut mir so leid. Ich wusste nicht, dass es untersagt ist. Ich liebe rosa und dachte, es sei eine lustige Faschingsidee. " Aber: Dummheit schützt vor Strafe nicht. Auch wenn Miriam Mader ihrem Mini-Malteser keinesfalls schaden wollte, gab es für sie was auf die Pfoten. Ihr droht jetzt eine hohe Geldstrafe.

Nach diesem verunglückten Style-Gag will Miriam schnell wieder ihre alte "Chanel" in weiß zurück. Das könnte allerdings noch ein bisschen dauern. Denn auch der Profi-Hundefriseur kriegt die Wolle erstmal nicht mehr in den Originalzustand. Miriam wird ihren Färbe-Fail also wohl noch ein bisschen mit sich rumtragen müssen. Die gute Nachricht: Laut Tierarzt ist Malteser-Hündchen "Chanel" gesund und fühlt sich bei Miriam Mader immer noch pudelwohl.

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Warum das Färben von Haustieren ein gefährlicher Trend ist

Zuerst war es eine Modeerscheinung, die in Tokio begann und natürlich hat es nicht lange gedauert, bis die Mode in Hauptstädten wie Paris, London und New York ankam. Auf Social Media oder auch auf Hundemessen- und Ausstellungen sieht man es auch in Deutschland immer wieder: Hunde mit gefärbtem Fell. Was aber für uns Menschen vielleicht witzig aussieht, kann für den Vierbeiner gefährlich werden, sogar bis zum Tod führen.

  1. Vergiftung: Die Färbemittel liegen nicht nur auf dem Fell der Tiere, sondern verstopfen die Poren der Haut und lassen keine Giftstoffe mehr heraus. Es kann außerdem zu Reizungen, Juckreiz, Ekzemen und sogar Verbrennungen kommen. Nicht zu vergessen: Hunde und Katzen lecken sich – gerade dann, wenn das Produkt Juckreiz und Unannehmlichkeiten verursacht. So gelangen die künstliche Farbstoffe und Toxine ins Verdauungssystem. Durchfall, Erbrechen sind die Folge. Es kann sogar zum Tod führen. Selbst die Farbstoffe, die für Haustiere entwickelt wurden, können nicht garantieren, dass der Hund die Prozedur unbeschadet übersteht. Auch sie können zu Hautproblemen und Allergien führen
  2. Verhaltensänderung: Abgesehen davon, dass der Farbstoff giftig und gefährlich für das Tier ist, kann die Veränderung des Fells bei Vierbeinern Wesens- und Verhaltensänderungen provozieren. Die Hunde werden lustlos, wollen nicht mehr aufstehen und sind nicht einmal mehr zur Gassi-Tour zu bewegen. Das Färben des Fells verändert auch das Sozialverhalten mit anderen Hunden. Der bunte Hund sieht nicht nur völlig fremd aus für andere Tiere, die Aromen des Farbstoffs übertünchen den gewöhnlichen Hundegeruch. Das kann dazu führen, dass Artgenossen das Tier ablehnen, sich ihm nicht mehr nähern oder gar aggressiv reagieren. Die Sozialisierung ist damit gefährdet.
  3. Vermenschlichung: Den Hunden ist es völlig egal, wie sie aussehen. Das Fell des Vierbeiners einfach bunt zu färben, ist also reine Belustigung des Herrchens oder Frauchens. Und auch wenn es für Aufmerksamkeit sorgt, ist es ein weiter Trend, der fürs Haustier schlecht sein kann. Hunde sind unsere treusten Begleiter und immer an unserer Seite, aber sie sind kein Mensch, geschweige denn ein Baby. Verantwortungsvolle Hundehalter verzichten darauf, ihren Vierbeiner einer solchen Tortur auszusetzen und betreiben Hundepflege auf artgerechte Art.

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Video: Kleiner Hundewelpe kommt mit grünem Fell auf die Welt - wie ist das möglich?

Diesem kleinen Hundewelpen aus Sardinien wurde das Fell nicht gefärbt – er ist bereits grün auf die Welt gekommen. Sein Besitzer hat ihn deswegen "Pistacchio" getauft, also "Pistazie". Wie Pistacchio an seine außergewöhnliche Fellfarbe gekommen ist, erklärt ein Tierarzt im Video. Und natürlich gibt's da auch die zuckersüßen Bilder vom Hund.

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