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Malta: Abtreibung verweigert - US-Touristin fürchtet um ihr Leben

US-Touristin fürchtet wegen strenger Abtreibungsgesetze um ihr Leben

Malta: Abtreibung verweigert, obwohl das Baby nicht mehr überlebensfähig war

Strenge Abtreibungsgesetze auf Malta verbieten die Entfernung des Fötus aus der Gebärmutter
Frau schwebt nach einer verweigerten Abtreibung in Lebensgefahr.
APTN

Die Amerikanerin Andrea Prudente war auf Malta im Urlaub, als sie in der 16. Schwangerschaftswoche plötzlich starke Blutungen bekam. Jay Weeldreyer brachte seine Freundin ins Krankenhaus, dort platzte die Fruchtblase. Bei einem Ultraschall soll der Arzt dann festgestellt haben, dass der Fötus sich teilweise von der Plazenta gelöst hatte und das Baby somit keine Überlebenschance mehr hatte. Das Herz schlug allerdings noch, daher durften die Ärzte in dem maltesischen Krankenhaus den Fötus nicht operativ entfernen. Denn in dem Land gelten sehr strenge Abtreibungsgesetze. Jay Weeldreyer bangte um das Leben seiner Freundin und wendete sich noch vom Krankenhaus aus an die Öffentlichkeit und bat um Hilfe.

US-Tourist auf Malta verzweifelt: "Sie spielen mit dem Leben meiner Freundin"

„Sie warten darauf, dass der Herzschlag aufhört, dass Andrea eine Fehlgeburt hat oder eine lebensbedrohliche Infektion bekommt“, so Weeldreyer in seinem Videostatement. Erst dann dürften die Mediziner wohl eingreifen. Der US-Tourist befürchtete jedoch, dass seine Partnerin eine Blutvergiftung, die in solchen Fällen eintreten kann, nicht überleben würde. Die Ärzte würden mit dem Leben seiner Partnerin spielen, so der 45-Jährige weiter. „Sie hat schreckliche Angst.“

Jay Weeldreyer setzte sich daraufhin mit seiner Versicherung in Verbindung, um seine Freundin außer Landes fliegen zu lassen. Das Problem daran war allerdings, dass sich zunächst keine Fluggesellschaft fand, die die 38-Jährige in dem kritischen Zustand befördern wollte. Schlussendlich konnte Andrea Prudente aber nach Mallorca geflogen werden. Das Paar behauptete gegenüber der Zeitung „The Guardian“, das medizinische Personal auf Malta sei bei der Weitergabe der Krankenakte an die Versicherungsgesellschaft sehr unkooperativ gewesen. Auf Mallorca angekommen, habe ein Krankenwagen die Frau in Empfang genommen und sie sofort medizinisch versorgt, heißt es.

Frauenrechtlerinnen auf Malta hoffen auf die Änderung der strengen Abtreibungsgesetze

Das katholische Land Malta ist das einzige Mitglied der Europäischen Union, das Abtreibungen streng verbietet. Es verschärfte 2020 sogar die Gesetze. Frauenrechtlerinnen haben laut der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) jetzt eine Protestaktion gestartet, in der Hoffnung, dass die Gesetze zumindest für den Fall gelockert werden, dass die Frau in Lebensgefahr schwebt. (mca)