Mögliche Reaktion auf Ukraine-Offensive

Separatisten in Luhansk und Donezk wollen schnell Anschluss an Russland beschließen

A man removes debris of a building destroyed by recent shelling during Russia-Ukraine conflict in the city of Kadiivka (Stakhanov) in the Luhansk region, Ukraine September 19, 2022. REUTERS/Alexander Ermochenko
Zerstörtes Gebäude in Luhansk. Hier wollen die Separatisten ein Referendum über den Anschluss an Russland abhalten.
REUTERS, ALEXANDER ERMOCHENKO

Während die Ukraine immer mehr besetztes Territorium zurückerobert, planen die pro-russischen Separatisten in der umkämpften Gebieten in der Ukraine Volksabstimmungen für den Anschluss an Russland. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur Tass. Diese sollen noch in diesem Monat stattfinden.

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Separatisten verabschieden Gesetz zur Abhaltung von Referendum

Angesetzt sei das Referendum für den 23. bis 27. September, heißt es. Die Agentur beruft sich auf einen ranghohen Separatisten aus der Region Luhansk. Zuvor hatten die von Russland eingesetzten Statthalter in der selbstausgerufenen Volksrepublik Luhansk mitgeteilt, dass sie ein Gesetz für die Abhaltung eines solchen Referendums verabschiedet hätten.

Einem Medienbericht zufolge kündigten auch die Separatisten in der selbstausgerufenen Volksrepublik Donezk und im russisch-besetzten Teil der Region um Saporischschja ein Referendum über einen Beitritt zu Russland an. Dieses werde ebenfalls vom 23. bis 27. September abgehalten, meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf lokale Behörden.

Auch in der stark umkämpften südukrainischen Region Cherson soll es ein Referendum geben.

Es ist mehr als fraglich, ob ein solches Referendum demokratischen Gepflogenheiten entspräche. Zu erwarten ist dies nicht. Experten denken, dass hinter dem Beschluss ein weiterer Legitimierungsversuch für den Angriff Russlands auf die Ukraine stecken könnte. Vor allem, weil dann ukrainische Truppen bei weiteren Vorstößen Gebiete erreichen würden, die Russland als eigenes Staatsgebiet beanspruchen würde. (eon/dpa)