Ohne die Lübecker Firma wäre er jetzt nicht silber

Heißluftballon-Macher haben Stoff für verhüllten Arc de Triomphe genäht

20. September 2021 - 17:58 Uhr

Tonnenschwerer Stoff aus Lübeck

Am Sonntag war es endlich soweit: Die letzten Stoffbahnen wurden am Arc de Triomphe in Paris heruntergelassen und das Wahrzeichen an der Champs Élysées ist nun komplett verhüllt. Ein Traum des verstorbenen Künstlerpaares Christo und Jeanne-Claude ist nun erfüllt. Ein Unternehmen aus Lübeck, Schleswig-Holstein "Geo - Die Luftwerker aus Lübeck" hat die tonnenschweren Stoffbahnen angefertigt. Insgesamt wurden 100.000 Meter Stoffgarn vernäht.

Wie die Arbeiten in Lübeck abliefen, sehen Sie im Video.

Mit mehreren LKW ging es nach Paris

Nachdem die tonnenschweren Stoffbahnen in Lübeck angefertigt wurden, ging es mit voll beladenen LKW in die französische Hauptstadt Paris. Dort wurden die über 50m langen Stoffbahnen von Industriekletterern im Schichtbetrieb – bei Wind und Wetter – an die Außenfassade des Triumphbogens angebracht. Die "Luftwerker aus Lübeck" sind Teil eines großen, internationalen Teams, die zusammen Christos großen Traum verwirklicht haben.
Wenn sie nicht gerade für Christos Projekte meterlangen Stoff nähen, arbeiten sie an Heißluftballone und Heißluft-Luftschiffe, erzählt Projektleiter Felix Dickenberger im RTL Nord-Interview.

Tod von Christo: Projekt wurde um ein Jahr verschoben

Eigentlich war der verhüllte Arc de Triomphe bereits für 2020 geplant. Doch durch die Coronakrise und den Tod von Christo am 31. Mai 2020 wurde die Verhüllung auf dieses Jahr verschoben. Der Lübecker Projektleiter erfuhr durch die Medien von Christos Tod: "Wir waren natürlich erstmal geschockt und haben gedacht, das Projekt wird sehr wahrscheinlich gecancelt, aber dann kam relativ schnell der Anruf vom Christo-Team, wo gesagt wurde: Nein, sein Wunsch war es, dass das Projekt fortgeführt würde."

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Ein Lebenstraum geht in Erfüllung

Die Idee, den Triumphbogen zu verhüllen, ist bereits in den 60er Jahren entstanden. Damals lebte der Künstler in eine kleinen Wohnung in Paris – mit Blick auf das mächtige Wahrzeichen der Champs Élysées. Die Zeichnungen und Projektpläne hatte Christo vor seinem Tod angefertigt. Sein Neffe, Vladimir Yavachev, überwachte und leitete letztlich das Verhüllungsprojekt, mit Stoffbahnen "made in Schleswig-Holstein".