Was ist das "Li-Fraumeni-Syndrom"?

Siria Campanozzi lebt in ständiger Angst vor der Krebserkrankung

Temptation Island 2020: Siria steigt aus
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30. Juni 2020 - 19:48 Uhr

Der Temptation Island-Star leidet an seltenem Gendefekt

Das wünscht man nicht mal seinem schlimmsten Feind: Das Wissen, dass man früher oder später ziemlich sicher an Krebs erkranken wird. Auch Siria Campanozzi (Temptation Island) lebt mit der Angst vor dem Tod: "Die Wahrscheinlichkeit, dass ich Krebs bekomme, liegt bei 100 Prozent", erklärt die Pforzheimerin. Schuld daran ist das sogenannte Li-Fraumeni-Syndrom, der Gendefekt führt zu dem deutlich erhöhten Krebsrisiko.

Auch diese Zwillinge kämpfen gegen den Krebs

Auch die beiden Schwestern Stefanie Kraus und Alexandra Nibler-Marquardt aus Südhessen müssen sich mit diesem Schicksal abfinden. Die Zwillinge kämpften bereits in ihren Zwanzigern gegen den Brustkrebs. "Mein Motto ist, ich lebe jeden Tag als wäre er mein letzter", sagt Stefanie Kraus. Sie lebe durch die Erkrankung sehr viel bewusster, sei aktiver und ließe sich eher mal auf verrückte Sachen ein.  Wie die beiden Schwestern es geschafft haben, trotz dieser grausamen Diagnose dem Leben positiv zu begegnen, sehen Sie im Video.

41 Prozent der Li-Fraumeni-Patienten erkranken vor 18. Geburtstag an Krebs

Beim Li-Fraumeni-Syndrom handelt es sich genau genommen nicht um eine Erkrankung. Vielmehr ist es ein vererbbarer Gendefekt, der das Risiko einer Krebserkrankung drastisch ansteigen lässt. Infolge des Syndroms geht eine Mutation des sogenannten "Gen TP53" einher. Es ist maßgeblich für die Kontrolle des Zwellwachstums und die Entstehung von Tumoren verantwortlich.

Die Li-Fraumeni-Syndrome Association Deutschland geht davon aus, dass etwa einer von 5.000 Menschen in Deutschland am LFS erkrankt ist. Auf eine Einwohnerzahl von 80 Millionen ergäbe das eine Zahl von 16.000 Betroffenen. 41 Prozent der LFS-Patienten erkranken bereits vor ihrem 18. Geburstag an Krebs, bis zum 70. Geburtstag erhalten beinahe 100 Prozent der Betroffenen die Diagnose.

Auch bei Familie Ewald schlägt der Krebs erbarmungslos zu: vier von fünf Familienmitgliedern sind an Krebs erkrankt. Und auch hier ist das Li-Fraumeni-Syndrom Schuld.

Mehr Bewusstsein schaffen für die seltene Krankheit

Stefanie Kraus und Alexandra Nibler-Marquardt suchen bewusst den Weg an die Öffentlichkeit, um in der Gesellschaft ein größeres Bewusstsein für den Gendefekt zu schaffen, der ein so schweres Los mit sich bringt. Ihnen ist wichtig, dass auch Ärzte umfassend informiert und geschult werden - denn schließlich müssen Betroffene medizinisch intensiv überwacht werden.