Große Sorge um Norwegens Kronprinzessin Mette-MaritDer harte Kampf zurück ins Leben! Das passiert bei einer Lungentransplantation

Wie funktioniert eine Lungentransplantation?
Wie funktioniert eine Lungentransplantation?
Nadzeya/stock.adobe.com

Es hatte sich bereits abgezeichnet, nun ist es Realität geworden!
Wegen ihrer schweren chronischen Lungenerkrankung steht Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen nun auf der Warteliste für eine Lungentransplantation. Das teilte das Königshaus am Freitag (5. Juni) mit. Doch wie läuft so ein Organaustausch eigentlich ab?

Für eine neue Lunge! Kronprinzessin Mette-Marit steht auf der Transplantationsliste

Prinzessin Mette-Marit
Zuletzt hat man Kronprinzessin Mette-Marit immer öfter mit Sauerstoffgerät gesehen.
Per Ole Hagen/Getty Images

2018 wurde bei Kronprinzessin Mette-Marit (52) die chronische Krankheit Lungenfibrose diagnostiziert. Schon im Dezember des vergangenen Jahres stand fest, dass die Frau von Kronprinz Haakon eine neue Lunge brauchen wird. Nun, rund ein halbes Jahr später, steht die 52-Jährige tatsächlich auf der Transplantationsliste. Bis hier hin musste die Kronprinzessin bereits einiges über sich ergehen lassen und hat auch noch immer einen langen, aufreibenden Weg vor sich.

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Wie kommt man auf die Warteliste für eine neue Lunge?

Wie das Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München (kurz: LMU Klinikum) auf seiner Website erklärt, müssen Patienten vor Aufnahme auf die Transplantationsliste nicht nur zahlreiche Bedingungen erfüllen (z. B. muss ein „nicht rückbildungsfähiges terminales Lungenversagen” vorliegen), sondern auch umfassende Untersuchungen sowie ein ausführliches Aufklärungsgespräch über sich ergehen lassen.

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Zu den Voruntersuchungen gehören laut LMU Klinikum Blutuntersuchungen, diverse Computertomographien sowie Untersuchungen durch HNO- und Zahnärzte, Dermatologen, Urologen bzw. Gynäkologen und Psychologen. Erst wenn all diese Untersuchungen abgeschlossen sind, entscheide ein Gremium, ob der Patient tatsächlich auf die Transplantationsliste aufgenommen wird.

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Hoffen auf ein Spenderorgan: Wie lange muss man auf eine neue Lunge warten?

Einmal auf der Warteliste müssen Patienten „immer, Tag und Nacht, telefonisch über Mobilfunk oder Festnetz erreichbar sein”. Außerdem müsse die betroffene Person sofort melden, „falls ein temporärer (vorübergehender) Hinderungsgrund für die Transplantation vorliegt (z. B. Krankheit, familiäre Gründe oder eine nicht verschiebbare Reise)”, erklärt das LMU Klinikum. Und das hat einen guten Grund. Denn eine Lunge müsse laut Lungen Informationsdienst in der Regel in weniger als zwölf Stunden transplantiert werden.

Ob ein Patient Monate oder gar Jahre auf eine neue Lunge warten muss, hängt laut dem Informationsdienst von verschiedenen Faktoren ab. Größe, Blutgruppe, Gewebeeigenschaften und Dringlichkeit seien beispielsweise entscheidend bei der Vergabe von Spenderorganen.

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Während der Wartezeit sei es laut dem Deutschen Herzzentrum der Charité unabdinglich, dass sich Transplantationspatienten sowohl körperlich als auch mental auf die Operation vorbereiten. Die köperliche Verfassung sei nämlich „von entscheidender Bedeutung für den Erfolg der Behandlung”. Zudem müsse der Gesundheitszustand laut LMU Klinikum regelmäßig neu durch das Transplantationszentrum bewertet werden.

Wie funktioniert die Transplantation einer Lunge?

Wurde einmal ein passendes Organ gefunden, muss alles ganz schnell gehen. Ein sogenanntes Entnahmeteam mache sich laut dem LMU Klinikum unmittelbar auf den Weg zum Spender, um das Organ zu entnehmen und zu untersuchen, ob es tatsächlich für die Transplantation geeignet ist. Parallel werde der Empfänger informiert und unverzüglich ins Krankenhaus bestellt und letzten Untersuchungen unterzogen.

Bei der Transplantation an sich werde dann „die erkrankte Lunge aus dem Brustkorb gelöst und entfernt. Danach werden zuerst die Bronchien, anschließend die Lungenvenen mit einem Stück des Herzvorhofes, und am Schluss die Lungenarterien der Spenderlunge mit den entsprechenden Strukturen beim Empfänger verbunden”, erklärt das LMU Klinikum.

Ob nur einer oder gleich beide Lungenflügel ersetzt werden, hänge von der Art der Erkranung ab. Laut LMU Klinikum sei bis vor einigen Jahren die einseitite Transplantation „die Methode der Wahl bei Lungenfibrose” – also der Erkrankung von Mette-Marit – gewesen. Allerdings habe sich gezeigt, dass häufig „Probleme mit der verbleibenden anderen kranken Lunge entstehen”, weshalb „heute oft auch in diesen Fällen eine beidseitige Lungentransplantation durchgeführt” wird.

Wie lange kann man mit einer Spenderlunge leben?

Dem transplantierten Patienten falle das Atmen bereits unmittelbar nach dem Aufwachen und dem Entfernen des Beatmungsschlauchs leichter. Insgesamt müsse man nach einer solchen Operation drei bis vier Wochen im Krankenhaus bleiben, etwa drei bis sieben Tage davon auf der Intensivstation. Danach würde sofort mit „Mobilisation unter intensiver physiotherapeutischer Betreuung” begonnen.

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Und wie lange können Menschen mit einer Spenderlunge überleben? Das hänge laut dem Herzzentrum der Charité von unterschiedlichen Faktoren ab. Im Durchschnitt liege die Überlebenszeit nach einer Lungentransplantation jedoch bei sechs bis sieben Jahren. Der Lungen Informationsdienst ergänzt jedoch, dass es „statistisch eine deutlich höhere Überlebensrate für Transplantationskandidat:innen unter 50 Jahren als für Menschen über 50 Jahren” gibt.

Verwendete Quellen: LMU Klinikum, Lungen Informationsdienst, Deutsches Herzzentrum der Charité