SPD-Gesundheitsexperte im RTL-Interview

Corona-Ausbreitung in Flutgebieten - Lauterbach: Delta-Variante große Gefahr für die Helfer

21. Juli 2021 - 8:51 Uhr

Ansteckungsgefahr durch Notunterkünfte und Aufräumarbeiten ohne Maske

Nach den Folgen der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Bayern kommt jetzt die nächste Sorge: Corona könnte sich in den betroffenen Hochwasser-Gebieten in den Notunterkünften oder bei den Hilfsaktion zur Unterstützung der betroffenen Flutopfer ausbreiten. Eine Gefahr, vor der auch SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach eindringlich warnt. Die schnelle Ausbreitung der Delta-Variante in den Hochwassergebieten sei aktuell die eigentliche Gefahr für die Menschen vor Ort, so der Gesundheitsexperte im RTL-Interview.

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SPD-Gesundheitsexperte über Ansteckungsgefahr in Krisengebieten

Es könnten sich Helfer mit dem Corona-Virus infiziert haben, aber auch diejenigen, denen in den Hochwassergebieten geholfen wurde, sagt Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (SPD) im RTL-Interview zur Ansteckungsgefahr in den Hochwassergebieten Deutschlands. "Man hat auf engstem Raum zusammengearbeitet, zum Teil in den Innenräumen und zum Teil ohne Maske, weil schwer gearbeitet werden musste und die Maske da nicht gut tragbar gewesen ist".

Das zweite Problem seien die Notunterkünfte: Dort würden Menschen jetzt auf engstem Raum miteinander leben müssen. Dort sei die Ansteckungsgefahr daher besonders hoch. Auch in der Not des Hochwassers sei es notwendigerweise zu vielen Kontakten gekommen, was nun zu zusätzlichen Infektionen mit der Delta-Varianten führen könne.

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Lauterbach: "Wir müssen dringend Impfangebote vor Ort machen"

Ganz wichtig sei es jetzt, um Ansteckungen mit dem Corona-Virus zu vermeiden, bei den Notunterkünften anzusetzen, sagt SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach im RTL-Interview. "Die Notunterkünfte müssen so gestaltet sein, dass die Menschen wirklich in kleinen Gruppen mit der eigenen Familie leben können und nicht in großen Unterkünften", so Lauterbach. Da könne man beispielsweise Hotels anmieten, die genutzt werden könnten oder Plätze, die von anderen Menschen in der Region freiwillig zur Verfügung gestellt würden.

Zudem müssten jetzt ganz dringend Impfangebote vor Ort gemacht werden. "Mobile Impfteams müssen diejenigen impfen, die dort noch nicht geimpft sind. Ich weiß, dass die Impfung nicht sofort wirkt, allerdings ist die Gefahr ja auch noch nicht gebannt. Die Gefahr wird auch noch weiter bestehen in den nächsten Wochen". Daher sollten jetzt schnelle Erst- und Zweitimpfungen in den Hochwassergebieten angeboten werden, so der Gesundheitspolitiker.

Auch kostenlose FFP-2-Masken sollten nach Lauterbach denjenigen Menschen, die in den Notunterkünften leben und in den Flutgebieten arbeiten, schnellstmöglich, zur Verfügung gestellt werden. Diese drei Maßnahmen seien nun dringend notwendig, um vor Ort zu helfen. (lwe)

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