Kanzlerin reist mit NRW-Ministerpräsident Laschet ins Hochwassergebiet

Merkel verspricht in Bad Münstereifel: "Hoffe, es ist eine Frage von Tagen, bis Finanzhilfen kommen"

21. Juli 2021 - 9:01 Uhr

Flut-Katastrophe: Merkel spricht mit Helfern in der betroffenen Eifel-Region

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist erneut in die Hochwassergebiete im Westen Deutschlands gereist. Zusammen mit NRW-Ministerpräsident und Kanzlerkandidat Armin Laschet, macht sich die Kanzlerin ein Bild der Lage vor Ort. Sie kündigte schnelle Hilfen des Bundes an. "Ich hoffe, es ist eine Frage von Tagen, bis die Finanzhilfen kommen", sagte sie. Am Mittwoch sollen die Hilfen im Kabinett verabschiedet werden.

Merkel war am Wochenende bereits in Rheinland-Pfalz und hatte sich dort mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ein Bild von den Schäden gemacht.

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Aufräumarbeiten in betroffenen Regionen laufen auf Hochtouren

20.07.2021, Nordrhein-Westfalen, Bad Münstereifel: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, M)und der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen Armin Laschet (CDU, 3.v.l) besichtigen ein Lager mit Lebensmitteln bei ihrem Besuch im vom Hochwasser betroffen
Bundeskanzlerin Angela Merkel in Bad Münstereifel
© dpa, Oliver Berg, kno

Merkel: "Aber es ist auch sehr klar, dass wir hier einen sehr langen Atem brauchen werden, wir werden Sie nicht nach kurzem vergessen, sondern wir werden uns immer wieder ein Bild darüber machen, wie es mit dem Wiederaufbau steht."

Merkel versprach zudem, alles daran zu setzen, dass das Geld schnell zu den Menschen kommt, "die oft nichts mehr haben, außer das, was sie am Leibe tragen und die deshalb auf die Unterstützung angewiesen sind".

Außerdem kündigte sie Aufbau-Hilfen für die Infrastruktur an: "Dann wird es einen zweiten Teil geben und darüber werden wir auch mit den Ministerpräsidenten aller Bundesländern sprechen." Es gebe eine Solidarität zwischen den Ländern über einen Aufbau. Sie habe sich nochmal mit dem Verkehrsminister informieren lassen. Derzeit werden die Schäden aufgenommen, zum Beispiel im Bereich Straßen, Schienen und Brücken. "Da wird natürlich auch alles darangesetzt, dass wir das schnell wieder herrichten können, z.B. mit Behelfs-Brücken, denn gerade Brücken sind ja kaputt gegangen."

Merkel: "Entsetzliche Zustände"

20.07.2021, Nordrhein-Westfalen, Bad Münstereifel: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht auf einer Pressekonferenz. Merkel und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet haben das vom Unwetter stark betroffene Bad Münstereifel besucht. Foto
Bundeskanzlerin Angela Merkel in Bad Münstereifel
© dpa, Oliver Berg, obe cul

Merkel nannte die Schäden in Bad Münstereifel "erschreckend". "Es sind für diejenigen, die hier wohnen, entsetzliche Zustände. Es ist vieles nicht mehr bewohnbar. Und das einzige, was tröstet, das will ich ausdrücklich sagen, ist die Solidarität der Menschen, die Solidarität mit den Familien, die Menschen verloren haben, die vielleicht noch Menschen vermissen." Es werde alles getan, um gerade auch dort Klarheit zu schaffen. "Wir trauern gemeinsam mit den Familien, mit den Angehörigen", so Merkel.

Die Aufräumarbeiten in Bad Münstereifel laufen nach der Flutkatastrophe auf Hochtouren. Die Region im Kreis Euskirchen ist stark betroffen von den Unwetter-Folgen. In den Eifel-Gebieten soll es deshalb noch Wochen dauern, bis der Stand der Schäden gemessen werden kann.

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Laschet: "Das wird viele Milliarden beanspruchen"

Klar sei nach Einschätzung von Kanzlerin Angela Merkel und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet allerdings, dass der Wiederaufbau in den Flutgebieten insgesamt wohl lange Zeit brauchen wird. Laschet verwies darauf, dass etwa zentrale Autobahnen durch das Land betroffen seien. Man müsse sich stärker auf künftige Extremwetter vorbereiten. Die NRW-Regierung habe gerade das erste Klima-Anpassungsgesetz in Deutschland beschlossen. "Das wird
viele Milliarden beanspruchen", so Laschet. Er würde sich wünschen, dass alle Bundesländer dem NRW-Vorbild folgten.

Am Wochenende hatte die Kanzlerin bereits die schwer getroffenen Hochwassergebiete in Rheinland-Pfalz besucht

18.07.2021, Rheinland-Pfalz, Schuld: Bundeskanzlerin Angela Merkel (l) und Malu Dreyer (M,SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, gehen durch das vom Hochwasser verwüstete Dorf Schuld in der Nähe von Bad Neuenahr-Ahrweiler. Foto: Christof Stac
Nach dem Unwetter in Rheinland-Pfalz
© dpa, Christof Stache, exa

Am Wochenende hatte die Kanzlerin bereits die schwer getroffenen Hochwassergebiete in Rheinland-Pfalz mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) besucht und der Katastrophenregion umfassende Hilfen zugesagt.

Die Zahl der Todesopfer durch die Folgen der Hochwasserkatastrophe wächst derweil weiter und wird auf insgesamt 164 geschätzt – davon wurden 117 aus Rheinland-Pfalz gemeldet und 47 aus Nordrhein-Westfalen. Die Suche nach Vermissten geht in betroffenen Gebieten weiter. (dpa/lwe)