Laut Behörden

Zehnlingsgeburt in Südafrika war ein Fake

Gosiame Thamara Sithole (37) hat sich die Zehnlingsgeburt offenbar nur ausgedacht.
Gosiame Thamara Sithole (37) hat sich die Zehnlingsgeburt offenbar nur ausgedacht.
© ANA

23. Juni 2021 - 22:08 Uhr

Doch kein neuer Weltrekord

Es wäre ein neuer Weltrekord gewesen – doch die Geschichte von Gosiame Sithole aus Südafrika, die angeblich Zehnlinge zur Welt gebracht haben will, stimmt wohl doch nicht. Wie südafrikanische Behörden nun berichten, soll die Zehnlingsgeburt der 37-Jährigen frei erfunden sein.

Medizinische Untersuchung brachte die Wahrheit ans Licht

Die für den Großraum Johannesburg und Pretoria zuständige Provinzregierung veröffentlichte am Mittwochabend (23. Juni) eine Erklärung, wonach eine medizinische Untersuchung der Frau eine Geburt in jüngster Zeit ausgeschlossen hat. "Es stellte sich auch heraus, dass sie in jüngerer Zeit nicht schwanger war", heißt es in dem Schreiben.

Die Provinzregierung sei sehr besorgt über das Verhalten der "Pretoria News", des verantwortlichen Redakteurs sowie der Mediengruppe, zu der die Zeitung gehöre. Die Staatsanwaltschaft sei mittlerweile mit entsprechenden Ermittlungen beauftragt. Die Zeitung hatte am 8. Juni unter Berufung auf den Ehemann in einer Exklusivgeschichte über die Mehrlingsgeburt berichtet und sie als neuen Weltrekord bezeichnet.

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Eine wirre Geschichte mit vielen Wendungen

Wie "Pretoria News" unter Berufung auf die Familie berichtet hatte, seien die zehn Kinder Anfang Juni im Alter von 29 Wochen per Kaiserschnitt in einem Krankenhaus in Pretoria zur Welt gekommen. Demnach brauchten die Eltern dringend Unterstützung, um ihre Großfamilie ausstatten zu können. Die Zeitung hatte die mutmaßlichen Rekordhalter, die bereits Eltern von Zwillingen seien, nach eigenen Angaben bereits im Mai interviewt, verschob die Veröffentlichung der Interviewaussagen allerdings aus Rücksichtnahme bis nach der Geburt.

Die südafrikanische Zeitung zitierte den Vater der zehn Kinder damals: Tebogo Tsotetsi sei "überglücklich" und könne nicht viel sagen, hatte er angeblich kurz nach der Geburt erzählt. Seine sieben Söhne und drei Töchter seien alle wohlauf.

Kurz darauf hatte sich der angebliche Vater der Kinder gegenüber "News 24" zu Wort gemeldet und klargestellt, die Zehnlinge würden nicht existieren. Er habe mehrfach versucht, seine Freundin und die Babys zu besuchen, sagte Tsotetsi, doch sie habe ihm nicht Bescheid gegeben, wo sie sich aufhielten.

Eine unabhängige Überprüfung der Angaben war den südafrikanischen Behörden zunächst nicht möglich gewesen. Auch sie konnten Mutter und Kinder nicht ausfindig machen. (dpa, dhe)

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