Schlappe für Armin Laschet

RTL/ntv-Trendbarometer: Union verliert, SPD holt auf

12. August 2021 - 8:34 Uhr

Union verliert an Zustimmung, SPD holt auf

Die Union stürzt weiter krass ab, Armin Laschets Beliebtheitswerte sind desaströs – für die Union läuft es derzeit einfach nicht gut. Aber eine Partei darf sich diese Woche freuen: Denn erstmals profitiert davon die SPD, wie das RTL/ntv-Trendbarometer zeigt.

Gegenüber der Vorwoche fällt die Union um drei Prozentpunkte auf 23 Prozent. Die SPD gewinnt drei Prozentpunkte und erreicht mit 19 Prozent den besten Wert seit April 2018. Die FDP verliert einen, die Linke gewinnt einen Prozentpunkt. Für die Grünen, die AfD und die sonstigen kleineren Parteien ändert sich nichts.

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Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre: Union nur noch bei 23 Prozent

Die SPD ist bis auf einen Prozentpunkt an die Grünen herangerückt. Die CDU/CSU, die im Januar noch auf 36 Prozent gekommen war, hat jetzt nur noch drei Prozentpunkte Vorsprung vor den Grünen und vier Prozentpunkte vor der SPD.

Wenn nicht erst im September, sondern bereits jetzt der neue Bundestag gewählt würde, könnten die Parteien mit folgendem Ergebnis rechnen:

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  • CDU/CSU 23 Prozent (Bundestagswahl 2017 32,9 Prozent),
  • Grüne 20 Prozent (8,9 Prozent),
  • SPD 19 Prozent (20,5 Prozent),
  • FDP 12 Prozent (10,7 Prozent),
  • AfD 10 Prozent (12,6 Prozent),
  • Linke 7 Prozent (9,2 Prozent),

9 Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,2 Prozent). Die Zahl der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt mit 26 Prozent über dem Anteil der Nichtwähler bei der Bundestagswahl 2017 (23,8 Prozent).

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Scholz gewinnt deutlich bei Kanzlerpräferenz

  • Bei der Kanzlerpräferenz kann der SPD-Kandidat Olaf Scholz gegenüber der Vorwoche fünf Prozentpunkte hinzugewinnen.
  • Der Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet verliert nochmals drei Prozentpunkte.
  • Auch die Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock erzielt zwei Prozentpunkte weniger als vor einer Woche.

Wenn die Deutschen ihre Kanzlerin oder ihren Kanzler direkt wählen könnten, würden sich derzeit 26 Prozent für Scholz, 16 Prozent für Baerbock und 12 Prozent für Laschet entscheiden.

Auch auf die Anhänger seiner Partei kann Laschet nicht zählen: Nur 39 Prozent der Unions-Anhänger würde derzeit den CDU-Chef zum Kanzler wählen. Von den Unions-Wählern von 2017 würden sogar nur 24 Prozent Laschet ihre Stimme geben.

Söder würde mehr als dreimal so viele Stimmen bekommen

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Markus Söder - aus Sicht vieler Wähler wäre er der bessere Kandidat.
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Markus Söder wäre aus Sicht vieler Wähler der bessere Kandidat der Union. 40 Prozent würden ihm bei einer Kanzler-Direktwahl die Stimme geben – das sind mehr als dreimal so viele wie für Laschet. Söder wäre auch für andere Parteien attraktiv: 27 Prozent der Wähler anderer Parteien können sich vorstellen, den Bayern zum Kanzler zu wählen. Das gilt auch für 44 Prozent der FDP-Wähler, 39 Prozent der Unentschlossenen und 55 Prozent der Unions-Wähler von 2017, die derzeit nicht mehr CDU oder CSU wählen wollen.

50 Prozent der Wahlberechtigten: Laschet soll zugunsten von Söder zurücktreten

Zwei Drittel der Deutschen (68 Prozent) machen vor allem Armin Laschet für die schlechten Werte der Unionsparteien verantwortlich. Nur 9 Prozent sind der Auffassung, Söder habe die Verluste der CDU/CSU durch seine Kritik am Wahlkampf der Schwesterpartei und am Kanzlerkandidaten herbeigeführt. 80 Prozent der CDU- und 90 Prozent der CSU-Anhänger sehen die Verantwortung für die Unions-Verluste bei Laschet.

Vor dem Hintergrund der schwachen Unions-Werte ist die Hälfte der Wahlberechtigten (50 Prozent) der Meinung, Armin Laschet solle zugunsten von Markus Söder auf seine Kanzlerkandidatur verzichten. 35 Prozent meinen, er solle an seiner Kandidatur festhalten. 59 Prozent der CDU-Anhänger und 64 Prozent der CSU-Anhänger fänden es richtig, wenn Laschet die Kanzlerkandidatur Söder überlassen würde.

Regierungs-Mehrheit für „Jamaika“-, „Deutschland“-, „Ampel“- und Links-Koalition

748 Abgeordnete würden ins neue Parlament einziehen, 39 mehr als 2017. Die Mandatsverteilung: CDU/CSU 192, Grüne 164, SPD 155, FDP 98, Linke 57 und AfD 82 Sitze. Linke und AfD wären im neuen Bundestag mit jeweils zwölf Abgeordneten weniger vertreten. Den größten Verlust allerdings hätte die Union: Sie würde gegenüber 2017 54 Mandate einbüßen. Die Grünen würden 97, die FDP 18 und die SPD 2 Sitze hinzugewinnen.

Die starken Verschiebungen bei den Parteien hätten auch Auswirkungen auf die Regierungsbildung. Weder die derzeit regierende Koalition aus Union und SPD noch Schwarz-Grün kämen auf eine regierungsfähige Mehrheit, für die 374 Sitze im Bundestag notwendig wären. Regieren könnten stattdessen die "Jamaika-Koalition" (Union, Grüne, FDP) mit zusammen 454 Mandaten, die "Deutschland-Koalition" (Union, SPD und FDP) mit 445 Mandaten, die "Ampel-Koalition" (Grüne, SPD und FDP) mit 417 Mandaten sowie ein rot-rot-grünes "Links-Bündnis" (zusammen 376 Mandate).

Kompetenzwert: Union minus 7 Prozentpunkte

Deutlich gesunken ist auch der Anteil derjenigen, die der Union am ehesten zutrauen, mit den Problemen in Deutschland fertigzuwerden. Während dieser Kompetenzwert bei den Grünen gegenüber der Vorwoche unverändert bei 10 und bei der SPD gleichbleibend bei 6 Prozent liegt, sinkt er bei der CDU/CSU um sieben Prozentpunkte auf 17 Prozent. Im Januar hatte die Union im RTL/ntv-Trendbarometer noch einen Kompetenzwert von 41 Prozent erreicht. 58 Prozent trauen in dieser Woche keiner Partei zu, mit den Problemen des Landes fertig werden zu können – das sind acht Prozentpunkte mehr als vor einer Woche. (forsa/rcl)

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