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Langsamer Altern durch weniger Essen: Das ist die Erklärung für die positive Wirkung

Expertin schätzt ein

Langsamer Altern durch weniger Essen - kann das wirklich sein?

Eine geringere Kalorienzufuhr kann das Leben verlängern.
Was und wie viel wir essen, beeinflusst nicht nur unser Gewicht, sondern auch die Lebenserwartung.
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Ernährung beeinflusst Lebenserwartung

Von RTL-Ernährungsexpertin Nora Rieder

Unsere Ernährung hat nicht nur maßgeblichen Einfluss auf unser Gewicht und unsere Gesundheit. Das, was wir essen, beeinflusst auch unsere Lebenserwartung. Das zumindest behauptet Biologe Sebastian Grönke. Doch was steckt dahinter?

Länger leben durch verringerte Nahrungsmittelzufuhr

Laut Grönke kommt es nicht nur auf die Lebensmittelauswahl, sondern auch auf die -menge an, die wir täglich verzehren. Grönke beschreibt Altern gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) als einen „Nebeneffekt der Stoffwechselvorgänge, die in unserem Körper ablaufen“.

Den effektivsten Weg, das Leben zu verlängern, sieht der Biologe in der Ernährungseinschränkung. „Wenn Tiere 40 Prozent weniger Nahrung bekommen als die Kontrollgruppe, kann man die Lebenszeit um 30 bis 40 Prozent verlängern. Die Tiere leben länger und sind im Alter gesünder – und darum geht es ja eigentlich“, fasst er das Ergebnis verschiedener Tierversuche zusammen. Aber lassen sich die Ergebnisse tatsächlich auf den Menschen übertragen?

Freie Radikale begünstigen die Zellalterung

Bereits in früheren Studien konnte der positive Effekt einer eingeschränkten Nahrungszufuhr auf die Gesundheit nachgewiesen werden. So wiesen zum Beispiel Forscher des Pennington Biomedical Research Center in einer Studie aus dem Jahr 2018 nach, dass eine um 15-20 Prozent verringerte Kalorienzufuhr bei normalgewichtigen, gesunden Menschen den Stoffwechsel verlangsamt. Und das wiederum wirkt sich positiv auf die Zellen und Organe aus.

Die Erklärung: Im Rahmen der zahlreichen Stoffwechselprozesse, die in unserem Körper ablaufen, entstehen freie Radikale in unseren Zellen. In geringem Maße sind diese harmlos und notwendig für die Immunabwehr. In hohem Maße können sie unter anderem Entzündungsreaktionen und die Entstehung von Diabetes, Arthritis und Herz-Kreislauferkrankungen begünstigen. Und auch die Hautalterung können sie beschleunigen.

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Nehmen wir nun weniger Kalorien auf, entstehen auch weniger freie Radikale. Außerdem steht folglich mehr Energie für andere Prozesse – wie beispielsweise Reparaturmechanismen - in der Zelle zur Verfügung.

Eine verminderte Kalorienaufnahme hat einen weiteren positiven Effekt: Das Risiko für Diabetes sinkt. Zum einen, weil Übergewicht vorgebeugt wird, welches als Risikofaktor für Typ-2-Diabetes gilt, zum anderen, weil die Zellen wieder empfindlicher gegenüber Insulin werden.

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Frische Lebensmittel und verlangsamte Zellteilung können Lebenserwartung erhöhen

Eine weitere Methode, freie Radikale unschädlich zu machen, ist übrigens eine regelmäßige und hohe Aufnahme unverarbeiteter Lebensmittel wie frisches Obst oder Gemüse. Diese enthalten reichlich Antioxidantien wie Vitamin C und E, aber auch Beta-Carotin oder Anthocyane, die in orange oder rotem Obst und Gemüse stecken. Sie fangen die freien Radikale ab und machen sie auf diese Weise unschädlich.

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Aber auch die Mitochondrien, sozusagen die Kraftwerke unserer Zellen, werden weniger beansprucht, wenn sie weniger Energie umsetzen müssen. Dadurch bleiben sie jünger. Und eine verlangsamte Zellteilung wiederum verringert DNA-Schäden. Möglicherweise kann auf diese Weise auch das Risiko für Krebserkrankungen gesenkt werden, wodurch ebenfalls die Lebenserwartung steigt.

Einen weiterer positiver Effekt der dauerhaften Kalorienreduktion: Auf diese Weise werden SRT-Gene aktiviert, welche die Ausschüttung von Sirtuinen anregen. Und diese wiederum wirken wie ein natürlicher Stoffwechselbooster: Sirtuine kurbeln einerseits den Fettabbau an und beschleunigen andererseits den Muskelaufbau. Beides zusammen ist die effektivste Methode, um abzunehmen, negative Alterseffekte ausgleichen und Zellen zu verjüngen.

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Wie viel weniger sollten wir dauerhaft essen?

Kaum jemand wird es schaffen und auch wollen, seine Nahrungszufuhr dauerhaft um bis zu 40 Prozent zu drosseln. Grönke empfiehlt daher 25 Prozent weniger Kalorien. Das entspricht 1.500 statt 2.000 Kilokalorien pro Tag für einen gesunden, normalgewichtigen Erwachsenen.

Der Biologe erklärt, dass noch ein anderer Faktor wichtig sei: „Es geht schon auch darum, welche Nahrungsanteile man reduziert. Zum Beispiel konnte gezeigt werden, dass die Proteinzusammensetzung eine wichtige Rolle spielt, eine größere als etwa der Fettgehalt.“ Demnach sei eine Reduktion der Proteinaufnahme hauptverantwortlich für die positiven Effekte.

Auch wenn eine hohe Eiweißaufnahme bei gleichzeitig reduzierter Kohlenhydratzufuhr das Abnehmen beispielsweise unterstützt, könne eine dauerhaft erhöhte Eiweißzufuhr krank machen. Dabei kommt es jedoch stark auf die Eiweißquelle an: Während eine hohe Zufuhr pflanzlicher Eiweiße, wie sie in Hülsenfrüchten (Erbsen, Kichererbsen, Bohnen, Sojabohnen) oder Kartoffeln steckt, auch dauerhaft gesund ist, kann ein Zuviel an tierischem Eiweiß in Form von Fleisch und Ei auf Dauer krank machen.

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Je früher die Kalorienzufuhr gedrosselt wird, umso besser

Doch wann sollten Sie mit der Nahrungsmitteldrosselung beginnen? Grönke empfiehlt, so früh wie möglich damit zu starten. Auf der anderen Seite sei es aber auch nie zu spät, getreu dem Motto: besser spät als gar nicht. „Auch ab dem mittleren Lebensalter kann man aber wohl noch deutliche Effekte erzielen“, fasst der Biologe zusammen.

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