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Landgericht Gera: Missbrauchte Polizist seine kleine Stiefenkelin?

Ermittler sicherten Tatvideos

Landgericht Gera: Missbrauchte Polizist seine kleine Stiefenkelin?

Polizist soll Stiefenkelin missbraucht haben Prozess in Gera
01:30 min
Prozess in Gera
Polizist soll Stiefenkelin missbraucht haben

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Seine Aufgabe ist es eigentlich, Schwächere zu schützen. Doch was einem Polizeibeamten vorgeworfen wird, macht sprachlos: Der 55-Jährige soll von Dezember 2019 bis Juni 2020 die achtjährige Enkelin seiner Lebensgefährtin in insgesamt 23 Fällen sexuell missbraucht haben, in zwölf davon schwer. Aber damit nicht genug: Er soll das Ganze auch noch gefilmt und fotografiert haben.

55-jähriger Polizist soll seine Stiefenkelin sexuell missbraucht haben

Richter am Landgericht Gera
Der 55-jährige Angeklagte muss sich nun wegen schwerem sexuellen Missbrauch eines Kindes und dem Erstellen kinderpornographischer Schriften vor dem Landgericht Gera verantworten.
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Die Filmsequenzen sind laut RTL-Reporter Frank Vacik teilweise bis zu 40 Minuten lang. Der Polizeibeamte muss sich nun wegen schwerem sexuellen Missbrauch eines Kindes und dem Erstellen kinderpornographischer Schriften vor dem Landgericht Gera verantworten. Zudem legt die Staatsanwaltschaft dem Mann den Besitz von kinderpornografischen Bildern und Videos anderer Kinder zur Last. Das Material war bei einer Durchsuchung auf Datenträgern gefunden worden.

Verdächtigt wird der 55-Jährige, weil sich das zehnjährige, mutmaßliche Opfer ihrem Vater anvertraute. Der ging daraufhin zur Polizei. In Warnemünde konnten die Beamten ihren Kollegen dann festnehmen. Seitdem sitzt der Polizist in Untersuchungshaft.

Mutmaßlicher Täter verpflichtet sich 17.000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen

RTL-Reporter Frank Vacik im Landgericht Gera
RTL-Reporter Frank Vacik war beim Prozessauftakt vor dem Landgericht Gera mit dabei.
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Die Vernehmung des Angeklagten und die Anklageverlesung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. So sollte das minderjährige, mutmaßliche Opfer geschützt werden. „Das Mädchen ist seit Juni letzten Jahres in psychologischer Behandlung. Und heute hat sich die Verteidigungsseite mit der Opferseite geeinigt, an das Mädchen 17.000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen“, weiß RTL-Reporter Frank Vacik.

Dem Angeklagten drohen wegen schweren sexuellen Missbrauch bis zu 15 Jahre Freiheitsstrafe, aber auch berufliche Auswirkungen. „Im Falle einer Verurteilung droht dem Angeklagten für das schwerste angeklagte Delikt, den schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, nach dem damals geltenden Gesetzesstand, eine Straferwartung von zwei Jahren bis 15 Jahren Freiheitsstrafe.“ (jmu)