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Lässt sich das Thrombose-Risiko von AstraZeneca-Impfung und Pille überhaupt vergleichen?

Thrombose-Vergleich tausendfach geteilt

Pille und AstraZeneca - wie realistisch ist der Vergleich?

Frau in weißer Unterwäsche nimmt die Antibabypille ein.
Die Antibabypille bringt ein erhöhtes Thrombose-Risiko mit sich.
picture alliance / dpa | Ale Ventura

Pille und AstraZeneca: Kann man das überhaupt vergleichen?

In den Sozialen Netzwerken wird in den vergangenen Tagen ein Bild besonders häufig geteilt: Ein Vergleich des Thrombose-Risikos der Antibabypille und des Corona-Impfstoffs AstraZeneca. Doch wie realistisch sind diese Vergleiche? Und ist die Pille wirklich gefährlicher als der Impfstoff? RTL-Medizinexperte Dr. Christoph Specht klärt die wichtigsten Fragen.

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Dieser Vergleich wird in den Sozialen Medien tausendfach geteilt

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Wie realistisch ist dieser Vergleich?

Sieben Fälle einer speziellen Form von Thrombose in zeitlichem Zusammenhang mit einer AstraZeneca-Impfung waren der Anlass für das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das Aussetzen der Impfungen zu empfehlen.

Noch ist nicht klar, ob es sich bei den aufgetretenen Thrombosen tatsächlich um eine Nebenwirkung des AstraZeneca-Impfstoffs handelt. „Das Risiko generell für eine Thrombose ist sehr, sehr hoch“, so Dr. Specht. „Das hat aber nichts mit der Impfung zu tun, sondern das kommt sowieso oft vor.“ Doch der Vergleich mit der vermeintlichen Nebenwirkung der Corona-Impfung sei schwierig.

Zunächst sei noch nicht wissenschaftlich bestätigt, dass die aufgetretenen Thrombosen tatsächlich durch die AstraZeneca-Impfung verursacht worden sind. Ein weiterer wichtiger Unterschied: „Die Sinusvenenthrombose findet im Kopf statt, im Abflussgebiet des Blutes vom Hirn und das ist schon relativ selten“, erklärt der Mediziner. Im Kontext mit der Antibabypille komme es auch häufig zu Thrombosen und infolgedessen auch zu Lungenembolien, das habe aber mit dieser eventuellen Nebenwirkung wenig zu tun.

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Woran erkenne ich eine Sinusvenenthrombose?

„Habe ich wirklich langanhaltende, massive Kopfschmerzen, kombiniert mit diesen bestimmten punktartigen Blutungen auf der Haut? Das ist die Kombination, die bei dieser speziellen Form der Sinusvenenthrombose auftaucht“, erklärt Dr. Specht. „Wenn das der Fall ist, dann sollte man ärztlichen Rat aufsuchen.“

Bei Personen, die vor 16 Tagen oder länger mit AstraZeneca geimpft wurden, sollten diese Nebenwirkungen nicht mehr auftreten. Was bereits Geimpfte jetzt beachten sollten, lesen Sie hier.

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