"Alle Kinder sollten vor solchen Menschen beschützt werden"

Krefeld: Elfjährige wird im Aufzug von rückfälligem Sextäter missbraucht - jetzt spricht ihre Mutter

31. Juli 2021 - 11:51 Uhr

Im Aufzug fasst der Mann der Elfjährigen zwischen die Beine

Ihre Tochter fragt im Aufzug noch freundlich, in welche Etage der Unbekannte möchte. Nur einen Augenblick später fasst der Mann der Elfjährigen zwischen die Beine. So beschreibt die Mutter des Mädchens den Moment des sexuellen Übergriffs. RTL hat mit ihr über die unfassbare Tat in Krefeld gesprochen. Sie möchte ihre Tochter schützen und will deswegen unerkannt bleiben. Das Interview zeigen wir im Video.

Mutter nach dem Übergriff in Krefeld: "Gott sei Dank ist die Aufzugfahrt nicht so lange"

Sie ist wütend, traurig und sauer zugleich, erzählt uns die Mutter des elfjährigen Mädchens, das vor rund einer Woche von einem 51-jährigen Mann sexuell belästigt worden sein soll. Ihre Tochter sei nur mal eben um die Ecke gegangen, um sich ein Eis zu holen. Dort sei der Mann auf ihre Tochter aufmerksam geworden, schildert die Mutter.

Der Tatverdächtige sei dann dem Mädchen bis nach Hause gefolgt und habe sich dort im Aufzug des Wohnhauses an ihr vergangen. "Gott sei Dank ist die Aufzugfahrt nicht so lange bei uns, sodass sie ganz schnell wieder aus dem Aufzug wieder raus konnte und dann ist sie ganz schnell in ihr Zimmer gerannt und hat mich angerufen."

Mutter findet Tochter weinend im Kinderzimmer

Fahndungsfoto des Tatverdächtigen
Die Polizei fahndete nach der Tat öffentlich nach diesem Mann.
© Polizei Krefeld

Zum Tatzeitpunkt war die Mutter einkaufen und hatte ihre Tochter nur kurz allein gelassen. Als sie den Anruf ihrer Tochter erhält, fährt sie sofort nach Hause und findet das Mädchen weinend im Kinderzimmer. "Da rechnet man auch nicht mit, wenn man das Kind zur Eisdiele schickt", berichtet die verzweifelte Mutter.

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Mutter gibt Ermittlern Mitschuld am Missbrauch ihrer Tocher

Sie ist entsetzt darüber, dass der Polizei offensichtlich gleich mehrere Pannen unterlaufen sind: Als die Ermittler ein Fahndungsfoto des 51-jährigen Mannes veröffentlichen, fällt ihnen nicht auf, dass sie den Verdächtigen eigentlich kennen müssten. Bereits vor dem mutmaßlichen Missbrauch war der Tatverdächtige den Ermittlern aus Duisburg bekannt. Nach Polizeiangaben war der 51-Jährige im Programm "KURS NRW" für rückfallgefährdete Sexualstraftäter der Polizei des Landes NRW.

Erst nachdem sich mehrere Zeugen bei der Polizei melden, kann der Mann festgenommen werden. Er hatte sich in der Wohnung seines Bruders versteckt. Warum der Mann trotz der Gefahr, die offensichtlich von ihm ausging, keine Fußfesseln trug, ist für die Mutter nicht nachvollziehbar. "Es ist unbegreiflich für mich, dass solche Menschen immer wieder die Möglichkeit dazu haben. Vor allen Dingen, weil er vorbestraft ist wegen sowas und dann auch noch einem Psychologen weismachen konnte, er wäre geheilt", sagt die Mutter im RTL-Interview.

Tochter erhält Hilfe vom Kinderschutzbund

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Krefeld wurde der 51-jährige Mann beim Amtsgericht Krefeld vorgeführt. Es erging ein Haftbefehl gegen den Mann. Er befindet sich nun in Untersuchungshaft. Die Mutter hat sich direkt nach der Tat professionelle Hilfe gesucht. Sie und ihre Tochter werden jetzt vom Kinderschutzbund betreut. Ihr größter Wunsch: "Ich hoffe nur nicht, dass sie zu sehr traumatisiert dadurch ist". (rra)

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