Pilz-Gefahr bei falscher Hygiene!

Kontaktlinsen richtig pflegen: Diese Tipps sollten Sie beachten

17. August 2021 - 15:03 Uhr

Falsche Kontaktlinsen-Pflege: Gefährlich fürs Auge

Kontaktlinsen sind eine tolle Alternative für eine Brille. Allerdings sitzen sie direkt auf unserem Augapfel. Eine gewissenhafte Pflege-Routine ist deshalb das A und O – sonst können sich Bakterien sammeln und vermehren, das Tragegefühl und die klare Sicht können durch Ablagerungen leiden. Wer seine Linsen nicht richtig reinigt und pflegt, riskiert im schlimmsten Fall gefährliche Infektionen, Entzündungen oder Verletzungen der Hornhaut. Doch soweit muss es nicht kommen!

So schützen Sie sich und Ihre Augen

Experten für Pilzerkrankungen haben festgestellt, dass mangelnde Kontaktlinsen-Hygiene der Hauptauslöser für Pilzkrankheiten am Auge ist. "Der wichtigste Risikofaktor ist das Tragen weicher Kontaktlinsen", sagte der Würzburger Professor Oliver Kurzai. Bakterien, Viren und Keime, die über die Linse aufs Auge übertragen werden, können zudem zu Hornhautentzündungen führen. Daher sollten Träger von weichen Linsen besonders auf Sauberkeit und Hygiene achten. Das dauert auch nur ganz kurz.

Diese Tipps sollten Kontaktlinsen-Träger beherzigen

  • Da sich auf den Kontaktlinsen unter anderem Fett und Eiweiß ablagern, müssen Sie Ihre Linsen täglich reinigen.
  • Waschen Sie sich gründlich die Hände, bevor Sie die Linsen entnehmen beziehungsweise einsetzen.
  • Legen Sie die Linsen auf die Handfläche, benetzen Sie sich mit der Reinigungslösung und reiben Sie sie vorsichtig mit dem Finger der anderen Hand, bevor Sie sie in den Behälter geben.
  • Verwenden Sie niemals Leitungswasser für die Kontaktlinsenreinigung. Dieses kann zu Augeninfektionen führen – nur spezielle Reinigungslösungen und Kontaktlinsenbehälter.
  • Wechseln Sie den Behälter alle vier bis sechs Wochen aus, damit Keime keine Chance haben.
  • Verwenden Sie benutzte Reinigungslösung kein zweites Mal.
  • Bakterien, Viren und Keime auf Kontaktlinsen können zu Hornhautentzündungen führen.
  • Lassen Sie Ihre Augen alle sechs Monate beim Augenarzt kontrollieren.

LESE-TIPP: Mit Kontaktlinsen duschen oder schlafen? Darum ist das ein Fehler!

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Infektion mit Acanthamöben: Selten, aber gefährlich

Auslöser einer Hornhautentzündung sind in der Regel Bakterien oder Viren. Etwa fünf Prozent der Entzündungen werden allerdings durch Acanthamöben verursacht. Auch wenn die Zahl der Fälle eher gering ist, sind die Folgen einer falsch oder nicht diagnostizierten Infektion mit den Acanthamöben umso schlimmer. Wenn die Erreger in die Hornhaut eindringen, kommt es zunächst meist zu einer Trübung.

Werden die Acanthamöben in dem ersten Stadium nicht diagnostiziert und mit Antibiotika und/oder Desinfektionsmitteln bekämpft, können sie die Hornhaut durchlöchern und dadurch die Sehkraft beeinträchtigen. Unbehandelt können die Parasiten sogar zur Erblindung führen.

Hier kommen Acanthamöben vor

Acanthamöben finden sich vor allem in Klimaanlagen, Wasser und der Erde. Wer beispielsweise mit weichen Kontaktlinsen im Badesee schwimmt und Wasser ins Auge bekommt, riskiert eine Infektion. Gleiches gilt für Kontaktlinsenträger, die ihre Linsen nach dem Schwimmen wieder einsetzen, ohne vorher ihre Hände desinfiziert zu haben. Wer unter sehr trockenen Augen leidet, kann sich beim Waschen mit Leitungswasser oder wenn er verunreinigtes Wasser ins Auge bekommt, sowieso schnell infizieren.

Träger weicher Kontaktlinsen sind häufiger betroffen als Menschen, die harte Linsen tragen. Weiche Linsen saugen Bakterien und Keime regelrecht auf, auch wenn sie angenehmer zu tragen sind. Wenn Sie Kontaktlinsen tragen, sollten Sie also unbedingt auf eine gründliche Hygiene achten. Wenn Sie die Pflege-Tipps beachten, stellen Kontaktlinsen eine komfortable und bequeme Variante zur Korrektur der Fehlsichtigkeit dar.