Mikrobielle Hornhautentzündung: Kontaktlinsenträgerin nach Schwimmen im Pool fast erblindet

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16. September 2018 - 13:00 Uhr

Engländerin infizierte sich im Wasser mit Bakterien

Bei einem Urlaub in Schottland tat Emma Jenkins etwas, was viele Menschen in den Ferien tun, ohne groß darüber nachzudenken: Sie ging im Pool schwimmen. Danach fing ihr linkes Auge an, stark zu schmerzen – und auch in den nächsten Tagen besserten sich die Beschwerden nicht. Nach dem Urlaub ging die 39-Jährige aus Bournemouth in England zum Arzt, der eine Hornhautentzündung diagnostizierte. Emma Jenkins hatte beim Schwimmen im Pool Kontaktlinsen getragen. Dabei waren Bakterien aus dem Wasser in ihr Auge gelangt, die wegen der Kontaktlinsen dort eingeschlossen wurden – und das machte die Infektion umso schlimmer. Die mikrobielle Hornhautentzündung hinterließ am linken Auge der Engländerin irreparable Schäden.

Bakterien zerstörten die Hornhaut von Emma Jenkins

Emma Jenkins
Nach der Infektion will Emma Jenkins andere Kontaktlinsenträger warnen.
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Emma Jenkins hatte in den Tagen nach der Infektion Kopfschmerzen, sah verschwommen und litt unter solch starken Schmerzen, dass sie das infizierte Auge kaum noch öffnen konnte. Mikroskopisch kleine Bakterien hatten ein Geschwür verursacht, das ihre Hornhaut zerstörte und ihre gesamte Iris bedeckte. Trotz Behandlung mit Tropfen blieb auf ihrer Hornhaut eine starke Vernarbung zurück, die das Sehvermögen der Engländerin immer schlechter werden ließ.

Als sie mit ihrem linken Auge nur noch Bewegungen und Licht wahrnahm, entschied sich Emma Jenkins für eine Hornhauttransplantation. Bei dieser wurde das beschädigte Gewebe abgetragen und durch eine gesunde Spenderhornhaut ersetzt. Die Operation glückte und die 39-Jährige gewann einen Teil ihres Augenlichts zurück. Zwar konnte das Sehvermögen auf dem linken Auge nicht mehr vollständig wiederhergestellt werden, dennoch hat die Mutter zweier Kinder ein großes Stück Lebensqualität zurückgewonnen: Sah sie vorher alles wie durch eine Wolke, kann sie ihre Umwelt nun wieder deutlich erkennen, wenn auch nicht völlig scharf.

Wie entsteht eine Hornhautentzündung?

Eine Hornhautentzündung (Keratitis) wird durch eine Infektion der Hornhaut mit Bakterien oder Viren verursacht. Typische Keime sind etwa Pneumokokken, Staphylokokken oder Streptokokken. Generell haben Kontaktlinsenträger ein höheres Risiko für Hornhautentzündungen. Gefährlich wird es etwa, wenn man Kontaktlinsen zu lange trägt oder nicht richtig reinigt, da dann leicht Erreger an die Hornhaut gelangen können. Wasser – auch Leitungswasser – enthält verschiedene Keime, die sich wie im Fall von Emma Jenkins in der Linse festsetzen und zu einer Infektion des Auges führen können.

Ist nur die Oberfläche der Hornhaut entzündet, entwickelt sich eine leichte Trübung des Auges, bei tiefergehenden Entzündungen wird auch die Trübung dichter und kann als heller Fleck auf dem Auge sichtbar werden. Häufig lässt sich eine Hornhautentzündung mit antibiotikahaltigen Augentropfen behandeln. Bei zu später oder ausbleibender Behandlung können sich Hornhautnarben bilden.

So kann man einer Hornhautentzündung vorbeugen

Um einer Hornhautentzündung vorzubeugen, sollten Kontaktlinsenträger unbedingt einige Hygieneregeln beachten: Waschen Sie Ihre Hände immer gründlich, bevor Sie die Kontaktlinsen anfassen und reinigen und desinfizieren Sie auch die Linsen selbst immer penibel – aber nie mit Leitungswasser, sondern immer mit einem geeigneten Mittel. Insbesondere nach dem Schwimmen im Meer oder in Pools müssen Kontaktlinsen gründlich gereinigt und desinfiziert werden, am besten mit einer Peroxidlösung. Gerade in weichen Kontaktlinsen können sich Keime aus dem Wasser festsetzen, harte Linsen gehen beim Schwimmen aber leichter verloren. Besser ist es, im Wasser Tageslinsen zu tragen – diese können nach dem Schwimmen direkt entsorgt werden. Falls eine Linse verloren geht, ist dann auch der finanzielle Verlust nicht so groß.

Emma Jenkins machte ihre Geschichte öffentlich, um andere Kontaktlinsenträger zu warnen: "Viele sind sich der Gefahren, die durch Schwimmen mit Kontaktlinsen entstehen, gar nicht bewusst", erklärt sie. Seitdem sie diese am eigenen Leib spüren musste, trägt sie selbst nur noch Tageslinsen, die sie nach dem Schwimmen direkt entsorgen kann.