Linsen niemals mit nassen Fingern wechseln

Mangelnde Kontaktlinsen-Hygiene - Frau (24) erblindet!

Charlotte Clarkson erblindet, nachdem sie ihre Kontaktlinsen mit feuchten Händen gewechselt hat und sich ein Parasit in ihrem Auge einnistete.
© Facebook/Charlotte Clarkson

05. Oktober 2020 - 12:17 Uhr

Akanthamöben setzten sich auf die Hornhaut

Die 24-jährige Britin Charlotte Clarkson hat sich nicht viel dabei gedacht, als sie ihre Kontaktlinsen eines Abends mit feuchten Händen wechselte. Doch die Infektion, die sich dann in ihrem Auge ausgebreitet hat, ließ sie erblinden. Wir erklären, wie gefährlich mangelnde Hygiene im Umgang mit Kontaktlinsen werden kann.

Ein feuchtes, geteiltes Handtuch hat dramatische Folgen

Während ihrer Arbeit in einem kanadischen Sommer-Camp wusch sich die Britin Charlotte Clarkson am Abend die Hände, trocknete sie an einem allgemein genutzten Handtuch ab und nahm ihre Kontaktlinsen heraus – wie sie es schon Hunderte, wenn nicht Tausende Mal zuvor auch getan hatte. Doch an diesem Abend sollte die mangelnde Hygiene mit dem geteilten Handtuch dramatische Folgen haben.

"Ich hatte keine Ahnung, dass sogar so eine geringe Menge Wasser so gefährlich sein könnte", erzählt Charlotte gegenüber der Sun. Sie sei sich bewusst darüber gewesen, dass sie mit Kontaktlinsen nicht schwimmen oder duschen gehen sollte, doch dass allein die Feuchtigkeit auf ihren Fingern eine solche Gefahr darstelle, sei ihr nicht klar gewesen.

Auf welche wichtigen Hygienemaßnahmen Kontaktlinsenträger achten sollten, erklären wir Ihnen hier.

Parasit frisst sich in Hornhaut

Ihr wurden Akanthamöben zum Verhängnis. Laut Robert-Koch-Institut kommen diese Einzeller weltweit in Gewässern vor, etwa auch in Wassertanks. Sie können über das Wasser in Kontakt mit den Augen geraten. Besonders gefährdet sind Kontaktlinsenträger, da sich die Parasiten hinter den Linsen festsetzen und für eine Infektion sorgen können.

Nach einer Infektion fressen sich die Parasiten in die Hornhaut des Auges. " Zuerst tritt sie [die Infektion] mit unspezifischen Symp­tomen wie Fremdkörpergefühl im Auge, zunehmenden Schmerzen, Tränen der Augen, krampfartiger Lidschluss und verschwommenem Sehen in Erscheinung", beschreibt das RKI den Verlauf der Infektion.

Nur Hornhaut-Tarnsplantation kann ihr Auge retten

Diesen Infektionsverlauf kennt auch Charlotte. Am nächsten Morgen wacht sie mit dem Gefühl eines kleinen Fremdkörpers im Auge auf. Doch ein Arzt erkennt den ernst de Lage nicht und stellt eine falsche Diagnose, wie sich zwei Wochen später herausstellt. Charlottes Auge ist zu diesem Zeitpunkt schon deutlich gezeichnet von der Infektion.

Ihren Aufenthalt in Kanada musste die junge Frau beenden und sich stattdessen im heimischen Edinburgh behandeln lassen. Durch die Behandlung scheint ihr linkes Auge in Ordnung zu sein, auf ihrem rechten Auge ist sie allerdings blind. Der Parasit hat die Hornhaut weggefressen. Jetzt kann einzig eine Hornhaut-Transplantation Charlottes Sicht wieder herstellen. Damit der Parasit nicht zurückkehrt, muss sie junge Frau regelmäßig Augentropfen nehmen.

*Das Bild zeigt Charlotte Clarkson vor der Infektion.