Kinder (13) prügeln Mädchen (14) ins Krankenhaus

Keine Strafe für Rastatt-Schlägerinnen? Richter Ulrich Wetzel schätzt ein

Keine Strafe für Prügel-Mädchen Richter Ulrich Wetzel schätzt ein
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Richter Ulrich Wetzel schätzt ein
Keine Strafe für Prügel-Mädchen

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Was passiert, wenn Kinder zu Tätern werden? Aktuell machen die Aufnahmen aus Rastatt (Baden-Württemberg) fassungslos: Zwei Mädchen schlagen auf ein 14-jähriges Opfer ein, reißen die Jugendliche zu Boden, treten ihr ins Gesicht, gegen den Kopf und in den Bauch. Doch die Täterinnen sind aufgrund ihres Alters noch schuldunfähig und können nicht vor ein Gericht gestellt werden. Bei vielen Menschen wird nach solchen Vorfällen der Wunsch nach einer Herabsetzung der Strafmündigkeit laut. Aktuell liegt diese bei 14 Jahren. Richter Ulrich Wetzel schätzt die Diskussion im Video ein.

Verantwortung nicht bei der Justiz

Die Täterinnen aus Rastatt sollen erst 13 Jahre alt sein und sind damit noch nicht strafmündig. Richter Ulrich Wetzel erklärt im RTL-Interview: „Nicht strafmündig heißt nicht bestrafbar. Das heißt, es gibt auch keine Möglichkeit zu bestrafen. Es gibt aber natürlich noch andere Möglichkeiten, auf Kinder unter 14 Jahren einzuwirken, aber das ist eher anzusiedeln im Bereich des Familienrechts und der Jugendämter.“

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Daher wäre es dem Richter vor allem wichtig, dass solche Taten im Vorhinein bereits vom Jugendamt verhindert werden können, sobald Kinder auffällig werden. „Man sollte nicht immer die Verantwortung bei der Justiz suchen, weil die Justiz erst „reagiert“. Die präventiven Maßnahmen liegen in anderen Händen“, sagt der Richter.

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Richter: Strafrahmen sollte nicht verschoben werden

Für Wetzel ist klar: „Wegen einzelner Übergriffigkeiten sollte der Strafrahmen nicht verschoben werden.“ Trotzdem kann der Richter die Diskussion nachvollziehen. Doch Wetzel erklärt: „Es gibt hinreichende Untersuchungen, dass eine Reduzierung der Strafmündigkeit genauso wie auch die Erhöhung von Strafrahmen, letztendlich kaum etwas bringt.“ (jsi)

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