Trauernde Familie erhebt schwere VorwürfeLena (13) stirbt in der Badewanne – hat Vermieter ihren Tod „billigend in Kauf genommen?”

von Nadine Becker, Bastian Breitenbach und Fabian Klein

„Ich habe dich lieb und sag Bescheid, wenn was ist.“
Es sind die letzten Worte, die Cassandra Hendelkens an ihre Tochter Lena richtet. Die 13-Jährige stirbt an einer Kohlenmonoxidvergiftung – wohl ausgehend von einer defekten Gastherme! Die Familie habe ihren Vermieter lange vor dem Unglück über Schäden im Bad informiert, doch der sieht anscheinend keinen Handlungsbedarf.

Eltern finden bewusstlose Tochter in der Badewanne

Während das Mädchen in der Wohnung in Marl (NRW) baden geht, bemerken ihre Eltern plötzlich Gasgeruch. Sofort eilt Mama Cassandra herbei – doch ihre Tochter ist bereits bewusstlos. „Ich habe sie dann angestupst und daraufhin habe ich keine Reaktion bekommen. Und dann habe ich nur geschrien: ‚Wir müssen sie rausholen, wir müssen sie rausholen. Wir müssen sie reanimieren.‘”

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Mama Cassandra Hendelkens trauert um ihre 13-jährige Tochter Lena (l.).
Mama Cassandra Hendelkens trauert um ihre 13-jährige Tochter Lena (l.).
RTL West

Doch für Lena kommt jede Hilfe zu spät. Weder die Reanimationsversuche ihrer Eltern, beide ausgebildete Rettungssanitäter, noch die des wenig später eintreffenden Notfalldienstes können die 13-Jährige retten. Irgendwann sei ihnen bewusst gewesen, dass „alles kaputt” sei, erinnert sich die Mutter im RTL-Interview. „Aber man hofft halt trotzdem, dass es eben weitergeht, dass sie doch wiederkommt.”

Familie kämpft mit nächstem Schock

Acht Tage später folgt für Mama Cassandra der nächste Schock. Die schwangere Frau, die ebenfalls Gas eingeatmet habe, verliert auch ihren ungeborenen Sohn. Sie sei bereits in der 17. Woche gewesen, habe „Bettruhe verordnet” bekommen. „Da denkt man in dem Moment natürlich nicht dran. Ich habe natürlich trotzdem reanimiert und mich unwissentlich der Gefahr ausgesetzt.” Auch Cassandra erleidet eine Kohlenmonoxidvergiftung, ihre Plazenta nimmt großen Schaden – und sie verliert das Baby.

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Auslöser des tödlichen Übels: Wohl ein verstopfter Schornstein und eine nicht korrekt funktionierende Gastherme im Badezimmer – Probleme, von denen der Vermieter gewusst haben soll. „Es hat sich dann herausgestellt, dass wohl die Wartungsintervalle für den Schornstein nicht eingehalten worden sind und der Vermieter auch gewusst haben soll, dass hier die Heizungstherme nicht richtig funktioniert hat”, erklärt Victoria Lingemann vom Landgericht Essen bei RTL.

Der Anwalt der trauernden Eltern ist sich sicher: Der Vermieter habe die Tragödie „billigend in Kauf genommen.”

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Anklage gegen Vermieter wegen fahrlässiger Tötung

„Wut, Fassungslosigkeit, Enttäuschung” löst all das bei Cassandra aus. „Unverständnis” darüber, dass vom Vermieter „nichts kommt.” Er sei „derjenige, der zu Hause sitzt und sein Leben weiterführt” als „ob nichts wäre.” Für sie „das Schlimmste überhaupt.” Nun soll es zum Verfahren kommen.

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Vor mehr als einem Jahr musste die Familie von Lena und ihrem ungeborenen Bruder Abschied nehmen.
RTL West

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Hauseigentümer fahrlässige Tötung vor. Eine RTL-Anfrage zu der zugelassenen Anklage lassen sowohl der Vermieter als auch sein Rechtsanwalt unbeantwortet. Der Prozess soll im Sommer 2026 beginnen. Cassandra hofft auf Gerechtigkeit. Für ihren ungeborenen Sohn Avery – und für ihre „aufgeweckte“, „wortgewandte“ und „super liebe“ Lena.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche