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Marl

Marl ist eine Stadt in der Metropolregion Rhein-Ruhr (in NRW). Heute leben in Marl etwa 85.000 Einwohner, sie gehört zum Kreis Recklinghausen.

Marl picture alliance / Rupert Oberhäuser | Rupert Oberhäuser

Etwa 85.000 Einwohner leben in der nordrhein-westfälischen Stadt Marl. Sie ist Teil der Metropolregion Rhein-Ruhr, die mit ca. 10 Millionen Einwohnern als bevölkerungsreichste Region dieser Art in Deutschland gilt. An der Nordgrenze der Stadt verläuft der Fluss Lippe, der zu den Nebenflüssen des Rheins zählt. Marl ist die zweitgrößte Stadt des Kreises Recklinghausen, deren größte Stadt Recklinghausen selbst ist (etwa 110.000 Einwohner). Marl besteht aus 11 Stadtteilen: Stadtkern, Alt-Marl, Drewer-Nord, Drewer-Süd, Brassert, Polsum, Sinsen-Lenkerbeck, Marl-Hamm, Hüls-Nord, Hüls-Süd und das Industriegebiet Chemiepark.

Die frühe Geschichte der Stadt Marl

Heute geht man davon aus, dass die Region Marl bereits in der Steinzeit besiedelt war. Erste Siedlungsspuren lassen sich bis in das 6. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgen. Die erste urkundliche Erwähnung von Marl fällt in das Jahr 890 n. Chr, in einem örtlichen Heberegister (Urbar) wird der Name Meronhlare genannt. Der altdeutsche Name Meronhlare setzt sich vermutlich aus den Worten "Mähre/Pferd" und "Gerüst/Wohnung" zusammen.

Marl im Mittelalter

Ein bedeutender Moment für die Stadtgeschichte war die Errichtung der örtlichen Wasserburg "Haus Loe" im Hochmittelalter (etwa um 1111 n. Chr.). Vom 12. bis ins frühe 19. Jahrhundert war die Stadt dem Kurfürstentum Köln zugehörig (die Stadt Köln liegt etwa 100 km entfernt). Um 1802 endete dieser Einfluss, stattdessen geriet die Region erst unter napoleonische und dann gegen 1815 unter preußische Kontrolle.

Das moderne Marl

Lange war Marl vor allem durch die regionale Landwirtschaft geprägt. 1897 wurde vor Ort ein Kohlevorkommen entdeckt, das zur Gründung der Zeche Auguste Victoria führte, gefolgt von der Zeche Brassert. Zur Zeit des Nationalsozialismus kam es 1938 vor Ort zu den Novemberpogromen, im Kontext der im gleichen Jahr gegründeten Chemischen Werke Hüls wurden auch Zwangsarbeiter eingesetzt. Bis auf eine Ausnahme (Uta Heinrich, CDU) wurde die Stadt seit 1946 von SPD-Bürgermeistern geführt. Die Bevölkerungszahl ist von 1900 mit etwa 2.200 Einwohnern bis 2018 mit etwa 84.000 Einwohnern enorm gestiegen.