Mit Bildern und Videos auf Whatsapp geprahlt

Karneval in Köln: Mehrere Männer wegen Vergewaltigung vor Gericht

Die Angeklagten im Prozess um eine mutmaßliche Vergewaltigung im Kölner Karneval versuchen sich hinter Mappen zu verstecken.
Die Angeklagten im Prozess um eine mutmaßliche Vergewaltigung im Kölner Karneval versuchen sich hinter Mappen zu verstecken.
© dpa, Oliver Berg, obe pat

02. Dezember 2021 - 19:04 Uhr

Drei Männer müssen sich wegen einer mutmaßlichen Vergewaltigung an Karneval in Köln verantworten

Drei Männer sollen sich im Karneval an einer Frau vergangen haben. In einer gemeinsamen WhatsApp-Gruppe sollen sie Fotos und Videos verbreitet und mit ihren Taten geprahlt haben. Jetzt müssen sie sich dafür vor dem Kölner Landgericht verantworten.

Köln: Angeklagter verbreitete Bilder von schlafender Sexpartnerin in WhatsApp-Gruppe

02.12.2021, Nordrhein-Westfalen, Köln: Ein Angeklagter hält sich beim Betreten des Gerichtssaals eine Mappe vor das Gesicht. Eine mutmaßliche Vergewaltigung an Karneval 2020 beschäftigt das Kölner Landgericht. Angeklagt sind drei Männer im Alter zwis
Ein Angeklagter hält sich beim Betreten des Gerichtssaals eine Mappe vor das Gesicht.
© dpa, Oliver Berg, obe pat

Die drei Angeklagten seien extra zum Karneval feiern am 21. Februar vergangenen Jahres nach Köln gekommen. Hier hätten sie im gleichen Hotel gewohnt. Die Angeklagten Z. (35 Jahre) und C. (31 Jahre) hätten sich ein Zimmer geteilt, der Angeklagte D. (41 Jahre) habe in einem Einzelzimmer übernachtet. In der Kölner Innenstadt habe der Angeklagte Z. das mutmaßliche 21-jährige Opfer kennengelernt. Die beiden hätten gegen 16 Uhr einvernehmlichen Sex in seinem Hoteldoppelzimmer gehabt.

Nach dem Verkehr soll der Angeklagte in einer WhatsApp-Gruppe Bilder und Videos der stark alkoholisierten und schlafenden Frau verbreitet haben. Die Gruppe nannte sich laut Staatsanwaltschaft "Stich-Gruppe" und habe "dem Austausch und Wettbewerb hinsichtlich sexueller Eroberungen der einzelnen Gruppenmitglieder" gedient. Laut WDR-Informationen habe die Gruppe 17 Mitglieder gehabt. In der Gruppe seien die "Eroberungen" mit Punkten bewertet worden.

In dem Chat soll der 31-Jährige dann geprahlt und den 35-Jährigen aufgefordert haben, in sein Hotelzimmer zu kommen und ebenfalls mit der schlafenden Frau Sex zu haben, was die Staatsanwaltschaft als Anstiftung zur Vergewaltigung wertet. Der 35-Jährige soll der Aufforderung nachgekommen sein.

Zweiter Angeklagter soll Sex mit schlafendem und alkoholisierten mutmaßlichem Opfer gehabt haben

Zudem soll der Mann einen seiner Begleiter aufgefordert haben, ins Hotel zu kommen. Hier sollte er mit der schlafenden Frau Sex haben. Laut Anklage sei dies auch passiert. Erst als die Frau erwacht sei und gesagt habe, dass ihr übel sei, habe der Angeklagte aufgehört. Der dritte Angeklagte soll die Tat mit einem Handy gefilmt und das Video in die WhatsApp-Gruppe gestellt haben, anstatt den Bekannten abzuhalten. Nach WDR-Informationen habe er das Video mit der Formulierung "rape nasch" versehen– "rape".

Am ersten Verhandlungstag kündigten zwei der Angeklagten an, sich später zu den Vorwürfen äußern zu wollen. Der Dritte will zunächst schweigen. (dpa/jmu)