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Karl Lauterbach: Jazzfestival in Dresden mit 700 Menschen "kann Todesfälle zur Folge haben"

700 Menschen dichtgedrängt in Konzertsaal

Lauterbach: Jazzfestival "kann Todesfälle zur Folge haben"

700 Menschen dichtgedrängt bei Jazzfestival Gesundheitsexperte Karl Lauterbach empört
03:08 min
Gesundheitsexperte Karl Lauterbach empört
700 Menschen dichtgedrängt bei Jazzfestival

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Fragwürdiges Corona-Hygienekonzept bei Jazzkonzert

Es sind irritierende Bilder in diesen Tagen: Knapp 700 Menschen sitzen dicht an dicht in einem Raum, hauptsächlich ohne Masken. Bei den Dresdner Jazztagen deutet am Sonntag nicht viel auf ein Hygienekonzept hin, das den aktuellen Corona-Regeln entspricht. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt sogar, eine solche Veranstaltung könne "Todesfälle zur Folge haben". Auch Mediziner Dr. Christoph Specht hat eine klare Meinung dazu – im Video.

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Karl Lauterbach: "Hätte keine Ethikkommission zugelassen"

. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt sogar, eine solche Veranstaltung könne "Todesfälle zur Folge haben".
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt, eine Veranstaltung wie die Dresdner Jazztage könne "Todesfälle zur Folge haben".
RTL

"Das ist etwas, das keine Ethikkommission jemals zugelassen hätte", empört sich Lauterbach. Das Risiko, sich dort mit dem Coronavirus zu infizieren, sei "keinen Jazzbesuch wert". Jazztage-Veranstalter Kilian Forster hingegen verteidigt sein Konzept. Die Organisatoren seien "standhaft geblieben" und hätten natürlich "keine Veranstaltung im Zuge der Cancel Culture" abgesagt.

Zehnergruppen bei Dresdner Jazztagen eng beieinander – ohne Maske

Dresdner Jazztage
Im Konzertsaal saßen knapp 700 Menschen dicht an dicht - hauptsächlich ohne Mund-Nasen-Schutz.
Ostsachsen.TV

Tatsächlich wirkt das Hygienekonzept für den Konzertsaal befremdlich: Zehnergruppen dürfen in dem geschlossenen Raum sogar eng beieinandersitzen – mit einem Meter Abstand zur nächsten Zehnergruppe und alle ohne Mund-Nasen-Schutz. Der Veranstalter bezeichnet das als "freiwillige Infektionsgruppen".

Damit sei natürlich nicht gemeint, dass man leichtfertig irgendjemanden infizieren wolle, beteuert Forster. Alle Regeln würden eingehalten. Und falls sich doch jemand infiziert, könne man ja dank Nachverfolgung "innerhalb von zehn Minuten" die Kontaktpersonen dem Gesundheitsamt melden.

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Stadt Dresden will Konzept mit Veranstalter klären

Auch die Stadt Dresden ist über die Wortwahl des Veranstalters im Konzept irritiert. "Im Hygienekonzept wurde von Infektionsgemeinschaften, jedoch nicht von deren freiwilliger Bildung gesprochen. Infektionsgemeinschaften sind in der Regel Hausstände und insofern war das Konzept durch uns auch zu interpretieren und zu genehmigen", heißt es in einer Erklärung gegenüber RTL.

Wurde die Stadt etwa absichtlich hinters Licht geführt? Das will sie jetzt mit dem Jazzfestival-Veranstalter klären.

Verschärfte Hygieneregeln in Sachsen

Seit Dienstag gelten in Sachsen verschärfte Hygieneregeln : Mund - und Nasenschutz muss nun in jedem öffentlichen Raum getragen werden. Immerhin haben die Veranstalter des Jazzfestivals angekündigt, dies umzusetzen.

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