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Kannibale Detlev G. bekommt lebenslänglich - vorherige Urteile aufgehoben

Nach Revision: Lebenslänglich für Kannibalen Detlev G. - vorherige Urteile aufgehoben

Kannibale Detlev G. lebenslang ins Gefängnis
Detlev G. bei einem Termin vor dem Landgericht in Dresden (Archiv). Der BGH hat ihn jetzt zu lebenslanger Haft verurteilt.
Arno Burgi, deutsche presse agentur, picture alliance

BGH entscheidet: Detlev G. muss lebenslang hinter Gitter

Vor rund vier Jahren gesteht der Polizist Detlev G. aus Sachsen, die Leiche eines Geschäftsmannes aus Hannover zerstückelt zu haben. Er wird wegen Mordes verurteilt – aber nicht zu lebenslanger Haft, sondern ‚nur‘ zu acht Jahren und sieben Monaten. Jetzt hat der BGH das Urteil aufgehoben: Detlev G. muss doch lebenslang ins Gefängnis.

Opfer Wojciech S. hatte Todeswunsch

Dieser Fall sorgt auch Jahre nach seinem Bekanntwerden für Entsetzen. Der Kriminalbeamte Detlev G. träumte davon, eine Leiche zu zerstückeln. Auf einer Kannibalismus-Seite im Internet lernte er den Geschäftsmann Wojciech S. aus Hannover kennen - der hatte schon in seiner Jugend die makabre Fantasie, sich "schlachten" zu lassen. In einer Pension im Erzgebirge treffen sich die beiden Männer schließlich. Detlev G. tötet Wojciech S., zerstückelt ihn mit einer Kettensäge und vergräbt ihn hinter dem Haus.

Dass Detlev G. jetzt doch lebenslänglich ins Gefängnis muss, begründet der BGH so: Der Verurteilte habe nicht nur den Wunsch des Geschäftsmanns erfüllt, sondern den eigenen Geschlechtstrieb befriedigt. Detlev G. habe sexuelle Motive für seine Tat gehabt. Damit sei ein Mordmerkmal erfüllt, was eine lebenslängliche Freiheitsstrafe nach sich zieht.

Todeswunsch des Opfers als "außergewöhnlicher Umstand"?

Lebenslänglich für Kannibalen Detlev G. - vorherige Urteile aufgehoben.
Im November 2013 entdeckten Beamte die zerstückelte Leiche von Wojciech S.
Jens Meyer, AP Photo, picture alliance

Vor dem Landgericht Dresden war Detlev G. zuvor in einem Revisionsprozess zuvor wegen Mordes und Störung der Totenruhe zu acht Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt worden. Wie schon bei der ersten Verurteilung erhielt der Angeklagte keine lebenslange Freiheitsstrafe.

Die Richter bezeichneten den unbedingten Todeswunsch des Opfers als "außergewöhnlichen Umstand". Lebenslang sei für Mord nicht mehr zeitgemäß, hatte der Verteidiger von Detlev G. argumentiert. In dem Pensionskeller sei nichts geschehen, was der andere nicht gewollt habe. Jetzt wird die Akte geschlossen: Detlev G. wird den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen.