Vogel (FDP) im "Frühstart"

„Merz sollte neben dem Reisen nicht vergessen, auch für Klarheit in der eigenen Partei zu sorgen“

Johannes Vogel (FDP) im Interview "Frühstart"
04:42 min
"Frühstart"
Johannes Vogel (FDP) im Interview

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Daniel Heyd

Nachdem Bundeskanzler Olaf Scholz angekündigt hat, vorerst nicht nach Kiew zu reisen, hat der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk ihn kritisiert und Scholz eine „beleidigte Leberwurst“ genannt. „Die Wortwahl des ukrainischen Botschafters war auch in den letzten Wochen sehr robust“, so der parlamentarischen Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion Johannes Vogel zur Wortwahl Melnyks im RTL/ntv-“Frühstart“.

CDU-Chef Merz hat sich hingegen für eine Reise nach Kiew entschieden und wird dort schon heute erwartet. Auch dafür gibt es Kritik von Vogel. Den ganzen RTL/ntv-“Frühstart“ sehen Sie im Video.

Lese-Tipp: Alle aktuellen Informationen rund um den Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit im Liveticker

Vogel: Muss auch Verständnis für Kritik der Ukraine haben

Vogel weist darauf hin, dass man aufgrund der emotionalen Lage der Ukrainer auch Verständnis für Äußerungen und Kritik – wie von Melnyk – haben müsse: „Die Ukraine und alle Regierungsvertreter sind einem furchtbaren Angriffskrieg ausgesetzt, inklusive grauenvoller Kriegsverbrechen. Da habe ich emotional für alles Verständnis.“

Daher sollte man sich mit den Äußerungen des Botschafters oder mit dem ukrainischen Einreiseverbot des Bundespräsidenten nicht zu lange aufhalten. Dagegen müsse man sich weiter die Frage stellen, was getan werden kann damit die Ukraine den Krieg nicht verliert, betont Vogel.

Vogel hält öffentlichen Brief gegen den Bundeskanzler für "unverantwortlich"

CDU-Parteichef Friedrich Merz fliegt dagegen heute in die ukrainische Hauptstadt und erhöht damit auch den Druck auf den Bundeskanzler. Für Vogel sollte das Wettrennen um die Präsenz in Kiew aber keine Priorität für die Politik sein: „Die Fragen wer reist wann und wer reist zuerst nach Kiew, beschäftigt uns vor allem innenpolitisch.“ Der FDP-Politiker betont, dass es zwar wichtig sei jegliche Gespräche zu führen aber bedeutsamer wäre vor allem die Substanz: „Wichtiger ist, wie wir die Ukraine unterstützen und dass wir da vorankommen.“

Vogel nimmt dabei auch den CDU-Chef in die Pflicht: „Friedrich Merz sollte neben dem Reisen nicht vergessen, auch für Klarheit in der eigenen Partei zu sorgen“, so der FDP-Politiker weiter und weist dabei auf Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hin, der den offenen Brief von Alice Schwarzer und weiteren Prominenten verteidigte. Vogel dagegen kritisiert den Brief und sagt: „Diese Position halte ich für unverantwortlich, für geschichtsvergessen und für ganz Fatal im Umgang mit Despoten wie Putin.“

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